Korneuburg

Erstellt am 12. August 2018, 05:00

von Veronika Löwenstein

Karree steht kurz vor Fertigstellung. Übergabe der Wohnungen im Oktober. Vertrag mit Stadt wegen Parkplätze ist noch nicht fix.

Die Brandrauchentlüftungsanlage, über die sich die Anrainer beschwert haben, wird wieder abmontiert.  |  Löwenstein

Die erste Küche wurde schon geliefert, bis spätestens 1. Oktober sollen sämtliche Wohnungen, Büros und Geschäftsflächen im Karree Korneuburg an ihre Eigentümer übergeben werden. Aus dem alten Gerichtsgebäude am Hauptplatz ist ein moderner Komplex für Wohnen, Arbeiten und Einkaufen geworden. „Wir sind schon mitten in der Mängelbehebung“, erzählt Kerstin Robausch, Projektleiterin der
NOE Immobilien Development (NID).

Die Hälfte der 71 Wohnungen ist bereits verkauft, drei der insgesamt sechs Büroräumlichkeiten werden zu Arztpraxen. Die Drogeriekette bipa hat ihre Filiale bereits eröffnet, das Hörgerätekompetenzzentrum Hansaton feiert diesen Donnerstag seine Eröffnung. Und auch für das Geschäftslokal an der Ecke zur Bisamberger Straße gäbe es bereits einen Interessenten, verrät Robausch, ohne noch einen Namen nennen zu können.

Die Entlüftung wird wieder abmontiert

Das Bauprojekt wurde in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt umgesetzt. „Die größte Herausforderung war, die denkmalgeschützte Bausubstanz mit den Anforderungen eines modernen Wohnbaus zu verbinden und dann noch den Neubau harmonisch einzufügen, damit ein großes Ganzes entsteht“, veranschaulicht die Projektleiterin. Vom ehemaligen Gefängnischarakter keine Spur mehr, obwohl das Stiegenhaus erhalten werden musste. „Wir haben viele Mauern abgetragen“, erklärt Robausch. Die historische Fassade präsentiert sich in ihrer ursprünglichen Farbgebung, die historischen Holzkastenfenster wurden wieder hergestellt.

Und auch den Anrainern ist man entgegengekommen. Die große Brandrauchentlüftung, die auf dem Dach montiert wurde, obwohl sie im Einreichplan nicht verzeichnet war, wird wieder entfernt. Man sei selbst überrascht worden, gesteht Robausch. Der Haustechniker hatte nach einer einfachen Lösung für die Brandrauchentlüftung für die Garage gesucht und sie in der Installation am Dach gefunden. „Das schaut nicht gut auch“, äußert man bei der NID Verständnis für die Sorgen der Anrainer: „Sie hatten drei bis vier Jahre eine Baustelle vor der Nase“, ist sich die Projektleiterin bewusst. Die Brandrauchentlüftung wird nun an die Hauptentlüftung dazugehängt.

Parkgarage mit 200 Stellplätzen

Fertig ist auch die Parkgarage, die 200 Stellplätze bietet. 102 Parkplätze will die Stadtgemeinde im Erdgeschoß und im ersten Stock anmieten, um die Parkplatzsituation am Hauptplatz zu entlasten. Die Hälfte sollen ans Landesklinikum weitervermietet werden. Die Einfahrt ist in der Wiener Straße, sogar der Parkautomat steht schon. Dennoch ist der Vertrag noch nicht unter Dach und Fach, wie VP-Vizebürgermeisterin Helene Fuchs-Moser bestätigt: „Die Konditionen sind noch nicht fix ausverhandelt.“ Spätestens im Herbst will man die Causa abschließen, so die Hoffnung.

Sowohl Altbau- als auch Neubauwohnungen bietet das Projekt, wobei die Altbauwohnungen wegen ihrer Raumhöhen und dem Blick auf den Hauptplatz besser nachgefragt sind. Eine Besonderheit hat man während der Bauarbeiten im ehemaligen Wohnhaus in der Bisamberger Straße entdeckt: Fresken aus dem 18. Jahrhundert, die übermalt waren und Venedig zeigen. Sie wurden von einem Restaurator freigelegt. In den Räumlichkeiten wird ein Büro entstehen.