Morddrohung im Zug. Ticket reichte nicht bis nach Korneuburg: Abgestrafter (22) drohte Zugbegleiterin mit Tötung und attackierte helfenden Fahrgast.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 17. Februar 2019 (19:09)
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„Er hatte ein Ticket bis Wien. Für die Fahrt nach Korneuburg hätte er noch einen weiteren Fahrschein gebraucht“, erzählt die 31-jährige Zugbegleiterin vor Gericht. Als sie dem Mann die Folgen des Schwarzfahrens mitteilte, blieb dieser zunächst ganz ruhig und zeigte ihr als Ausweis seine Bankomatkarte.

Doch mit der Ruhe war es rasch vorbei. „Von einem Moment zum anderen ist er dann plötzlich ausgerastet und immer aggressiver geworden“, schildert sie. Er beschimpfte die Kontrolleurin wüst und bedrohte sie sogar mit dem Umbringen. Als ihn ein anderer Fahrgast zur Höflichkeit ermahnte, rempelte er diesen an. „Bei der Einfahrt in Korneuburg ist er dann auf und davon. Zuvor hat er einen Kollegen, der mir zu auch Hilfe gekommen ist, noch beschimpft und bespuckt“, erinnert sich die Frau an die unerfreuliche Begegnung mit dem Schwarzfahrer aus Wien. Natürlich habe sie Angst gehabt: „Jeden Tag liest man von Bluttaten. Man weiß doch nicht, was in so einem Kopf vorgeht“, sagt sie.

„Ich war betrunken und aufgebracht, weil ich doch ein Ticket hatte. Von Zonen habe ich nichts gewusst.“ Der Angeklagte (22)

„Ich war betrunken und aufgebracht, weil ich doch ein Ticket hatte. Von Zonen habe ich nichts gewusst“, rechtfertigte sich der Wiener (22), „geschimpft habe ich sicher, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ich die Frau mit dem Umbringen bedroht habe“, beteuerte er zunächst, schloss dann aber eine Verbalentgleisung im Rausch nicht aus.

Der vorbestrafte Wiener wird wegen gefährlicher Drohung und unerlaubtem Umgang mit Suchtgift zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe verurteilt: 15 Monate, davon muss er fünf Monate hinter Gittern absitzen. Nicht rechtskräftig.