Spendenaktion bringt Samuel neue Beine. Der 14-jährige Samuel ist von Geburt an behindert. Sein Vater ließ den Jungen gegen Geld tanzen. Future4Kids will ihm eine Operation und ein neues Leben ermöglichen.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 21. Februar 2019 (05:16)
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Das ist Samuel. In seiner Heimat Ruanda hätte der heute 14-Jährige, der mit verkrüppelten Beinen auf die Welt gekommen ist, keine Chance. Der Korneuburger Verein Future4Kids sammelt Spenden, damit der Junge in Österreich operiert werden kann.

Samuel ist heute 14 Jahre alt und noch nie gelaufen. Er kam mit einer Missbildung der Unterschenkel zu Welt. In Österreich wäre der Klumpfuß schon als Baby operiert worden, doch Samuel wuchs in einem kleinen Dorf im afrikanischen Ruanda auf, wo ihn sein Vater für Geld vor Touristen tanzen ließ. Seine Mutter lebt schon lange nicht mehr.

Im Alter von zehn Jahren kam er in das Waisenhaus des Vereins Future4Kids, den unter anderen der Korneuburger Tierarzt Otto Fischer gegründet hat. Für ihn war nach einer Ruanda-Reise zu den letzten noch lebenden Berggorillas sofort klar: „Nur wenn es den Menschen gut geht, wird auch der Lebensraum der Berggorillas geschützt werden.“

5.000 Euro fehlen noch auf ein halbwegs normales Leben

Bei Samuel beeindruckte ihn sofort die unglaubliche Mobilität. „Er spielt auf den Knien Fußball und fährt Tretroller“, ist er voller Bewunderung für den Buben, bei dem er beim ersten Anblick wusste: „Das ist ein ganz ein Vifer!“ Und dennoch leidet der Bub sehr unter seiner Behinderung.

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Das ist Samuel. In seiner Heimat Ruanda hätte der heute 14-Jährige, der mit verkrüppelten Beinen auf die Welt gekommen ist, keine Chance. Der Korneuburger Verein Future4Kids sammelt Spenden, damit der Junge in Österreich operiert werden kann.

Nachdem die Waisenkinder des „Mountain Gorilla Education Center“ aufgrund neuer stattlicher Vorgaben in Pflegefamilien reintegriert werden mussten, blieb Samuel auf der Strecke. Niemand wollte ihn aufnehmen. Future4Kids hat deshalb den Plan gefasst, Samuel zu einem neuen Leben zu verhelfen. Im Mai soll er in Österreich operiert werden und zwei Beinprothesen bekommen.

„Es ist keine komplizierte Operation“, schildert Fischer. Die Unterschenkel des Buben werden unter dem Knie amputiert, Orthopädietechniker Hans Oppel wird die Prothesen anpassen. Nach rund fünf Monaten Rehabilitation wird Samuel in seine Heimat zurückkehren – erstmals auf eigenen Beinen. Obwohl die Ärzte sich für die Operation zur Verfügung stellen, rechnet der Verein mit Kosten von 20.000 Euro. 5.000 Euro fehlen noch, um Samuel ein halbwegs normales Leben zu ermöglichen.

Der Korneuburger Verein Future4Kids wurde 2007 mit dem Waisenhaus-Projekt gegründet, es folgte ein Berufsschulzentrum samt Bibliothek. 2017 eröffnete das österreichisch-ruandische Isange-Restaurant, um den ehemaligen Schützlingen Arbeit zu geben. Das Isange Paradise Resort, mit dem ebenfalls Jobs geschaffen wurden, gibt es seit 2018. Parallel läuft ein Projekt mit den Ureinwohnern, denen der Verein Land zur Verfügung gestellt hat und die lernen, sich selbst zu versorgen.