SPÖ bleibt bei Plastik hartnäckig. Dringlicher SP-Antrag führte zu untergriffigem Schlagabtausch mit der VP.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 22. Mai 2019 (04:10)
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Beim nächsten Adventmarkt willdie Stadt ohne Plastik- und Styroporbecher auskommen.

Nachdem die ÖVP im Februar dieses Jahres einen Dringlichkeitsantrag der SPÖ für ein plastikfreies Korneuburg abgelehnt hatte (die NÖN berichtete), schlugen die Sozialdemokraten einen anderen Weg ein: Sie sammelte 240 Unterschriften, um einen Initiativantrag einbringen zu können, damit die Causa im Gemeinderat thematisiert werden kann.

„Der Antrag wird in der Gemeinderatssitzung im Juni behandelt“, kündigte VP-Vizebürgermeisterin Helene Fuchs-Moser an. Doch so lange wollte die SPÖ nicht warten und startete deshalb einen erneuten Versuch mit einem Dringlichkeitsantrag. „Es geht um die Vorbildwirkung der Gemeinde“, unterstrich SP-Stadtrat Thomas Pfaffl das Anliegen mit einem Verweis auf den Korneuburger Weihnachtsmarkt, wo aufgrund des fehlenden Heißwasseranschlusses noch immer Plastik- und Styroporbecher zum Einsatz kommen. Die Stadt müsse sich Richtlinien auferlegen, forderte er. „Auch wenn es ein bisschen mehr kostet, kann man bei Veranstaltungen Pappbecher und Holzbesteck verwenden“, verwies SP-Vizebürgermeisterin Gabriele Fürhauser auf die Mai-Feier der SPÖ, wo man diese Idee bereits umgesetzt hätte.

"Werden uns dem nicht verschließen“

Die ÖVP machte von Beginn an keinen Hehl daraus, dass sie dem Antrag diesmal zustimmen würde. „Wir werden uns dem nicht verschließen“, betonte Fuchs-Moser, „wir wollen alle nicht in den nächsten 20 Jahren sterben, weil alles zugemüllt ist.“ Erledigt war der Punkt mit der grundsätzlichen Einigkeit aber noch lange nicht. Es folgte ein – teils sehr untergriffiger – Schlagabtausch zwischen ÖVP und SPÖ. SP-Gemeinderat Martin Peterl war verärgert, weil die ÖVP den Initiativantrag noch nicht auf die Tagesordnung gehievt hatte: „Anscheinend nimmt die ÖVP das Thema doch nicht so ernst?“, wetterte er. „Die SPÖ hat Angst, dass wir ihr das Thema wegnehmen“, schlug Fuchs-Moser verbal zurück und wehrte sich gegen den Vorwurf, man habe die Causa beim ersten Mal vom Tisch gewischt: „Die Dringlichkeit war nicht erkennbar.“

Letztlich wurde der SP-Antrag einstimmig angenommen. Die VP-Vizebürgermeisterin plädierte dafür, die Kleinregion einzubinden: „Wir wollen schließlich keine plastikfreie Insel werden.“