Ex-Politiker bewarf Ex-Schwiegermutter mit Blumentöpfen. „Er hat wie ein Psychopath auf mich eingeprügelt. Dann warf er mit Blumentöpfen und ging auf die Polizei los“, schildert Opfer den Ausraster des ehemaligen Schwiegersohns in spe.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 11. September 2019 (06:10)
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Symbolbild

Gleich einer Hochschaubahn verliefen die letzten Jahre für einen heute 33-jährigen Weinviertler aus dem Bezirk Korneuburg: Nach einem schnellen Aufstieg in der Lokalpolitik folgte ein rasches Karriereende. Dazu kamen dann noch private Turbulenzen mit Scheidung und Streitereien um das gemeinsame Kind sowie
der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit.

Als Lichtblick nach der Negativserie empfand der 33-Jährige offensichtlich dann die neu erblühte Liebe zu einer Weinviertlerin. Als das Paar dann aber auch in eine Beziehungskrise schlitterte und die Dame seines Herzens das Aus verkündete, kam es zwei Tage später zur Eskalation in einem Lokal in Langenzersdorf.

„Hat wie ein Psychopath auf mich eingeprügelt“

„Er kam schon schwankend ins Lokal und stänkerte die Darts-Spieler an. Als ihn meine Tochter dann bat, zu gehen, ist er auf sie losgegangen. Ich ging dazwischen, und da hat er wie ein Psychopath auf mich eingeprügelt“, schildert die Mutter (54) der frisch getrennten Tochter vor Gericht. Durch die Attacke habe sie Hämatome und eine Schädel- und Schulterprellung erlitten, erzählt sie weiter.

NOEN

„Er hat eine Bierflasche geworfen. Gott sei Dank hat sie den Türstock getroffen und nicht meine Mutter“, ergänzt die Tochter und Ex-Partnerin des Beschuldigten.

Nach dem Rauswurf habe der Mann vor dem Lokal noch randaliert, unter anderem einen Stahltisch und Blumentöpfe gegen die Eingangstür geschleudert und dann alarmierte Polizisten attackiert, schildern Zeugen. „Er hat sich nach dem Vorfall entschuldigt und den Sachschaden beglichen“, erzählt der Lokalpächter im Zeugenstand.

Der Beschuldigte zeigt sich beim Prozess geständig und beteuert: „Ich kann mich an den Vorfall nicht erinnern. Ich leide an depressiven Phasen und hatte damals Medikamente zu mir genommen und dann leider Alkohol getrunken.“ Er habe sich jetzt fachärztliche Unterstützung gesucht und mache eine Therapie, um sein Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Der Weinviertler kommt mit einer Diversion – Einstellung des Verfahrens gegen Erbringung von 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit – noch einmal glimpflich davon. Er bleibt damit ohne Vorstrafe.