Wird ÖVP-Hopf die neue Ortschefin?. Leitzersdorf: Spitzenkandidatin Hopf gewinnt zwei Mandate und braucht FPÖ oder SPÖ als Königsmacher.

Von Dieter Rathauscher. Erstellt am 29. Januar 2020 (05:12)
Das BGL-Team rund um Bürgermeister Franz Schöber stieß am Montagabend in Stockerau an.
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Dass die ÖVP unter ihrer neuen Obfrau Sabine Hopf zulegen würde, war im Vorfeld angenommen worden. Überraschend war dann aber der Zugewinn von zwei Mandaten, wobei sie nun mit neun Mandaten stimmenstärkste Fraktion im Gemeinderat ist. Die Bürgerinitiative Großgemeinde Leitzersdorf (BGL) kam auf acht Mandate, SPÖ und FPÖ büßten je ein Mandat ein und halten bei einem Sitz.

Hopf war von dem Ergebnis „überwältigt“: „Es zeigt, dass sich unser Einsatz im Wahlkampf gelohnt hat. Mit so einem Zuwachs konnten wir nicht rechnen“, gestand sie. Sie hat nun die größte Chance auf das Bürgermeisteramt. Dafür braucht Hopf zehn Stimmen in der konstituierenden Gemeinderatssitzung im März. Da Manfred Kreuzmann von der FPÖ vor der Wahl dezidiert erklärt hatte, dass er Franz Schöber von der Bürgerinitiative nicht noch einmal zum Bürgermeister wählen würde, scheint die Sache für Hopf ziemlich klar zu sein.

Mit einem Plus von zwei Mandaten hatte die Leitzersdorfer ÖVP um Spitzenkandidatin Sabine Hopf viel Grund zur Freude. Ihre Wahl zur neuen Bürgermeisterin ist wahrscheinlich.
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Sie könnte die Anzahl der geschäftsführenden Gemeinderäte um einen erhöhen und diesen an die unterstützende Fraktion abtreten. ÖVP-Bezirksparteiobmann Hermann Haller bestätigt, dass es bereits Vorgespräche gegeben hat: „Wir sind guter Dinge, dass es in Leitzersdorf eine ÖVP-Bürgermeisterin geben wird. Ein Koalitionspartner reicht“, so Haller.

Der Rest ist reine Spekulation: Schöber müsste zwei Unterstützer gewinnen, das heißt, SPÖ und FPÖ, will er nochmals zum Bürgermeister gewählt werden. Das ginge – wenn überhaupt – wohl nur mit neuen Namen an der Spitze der beiden Parteien.

Die BGL hat ihre acht Mandate von der letzten Wahl verteidigt. Schöber ist zufrieden: „Es ist sensationell, dass sich die Bürgerliste seit 25 Jahren auf diesem Niveau halten kann.“ Dass FPÖ und SPÖ je ein Mandat verloren haben, hätte ihn überrascht, gibt er zu. „Dass Wiesen komplett die Seite wechseln würde, habe ich nicht erwartet.“ Mit 53 Stimmen hatte die SPÖ dort bei der Gemeinderatswahl 2015 gegenüber der ÖVP mit 18 Stimmen noch die klare Mehrheit. Das Ergebnis hat sich bei dieser Wahl mit 46 ÖVP- und 19 SPÖ-Stimmen komplett gedreht.

In der Großgemeinde ist die SPÖ von 127 auf 47 Stimmen abgestürzt und hat damit gerade noch ein Mandat gehalten, das mit genau einer Stimme abgesichert ist (erforderlich waren 46 Stimmen). Dabei waren im Wahlkampf sowohl SPÖ als auch FPÖ noch recht zuversichtlich, dass sie jeweils ein drittes Mandat dazugewinnen.

Für die SPÖ war es wohl nicht vorteilhaft, dass Spitzenkandidat Thomas Celig in der heißen Phase des Wahlkampfs gesundheitsbedingt nicht zur Verfügung stand. Das gibt SPÖ-Kandidat Josef Doppler im NÖN-Gespräch auch zu: „Celig ist in der Gemeinde viel bekannter als ich. Dass er fehlte, war schon sehr unglücklich.“

Die FPÖ ist von 128 auf 70 Stimmen abgerutscht und hat ebenfalls nur noch ein Mandat. Spitzenkandidat Kreuzmann kann sich den Rückgang nicht erklären: „Irgendwie sind wir zwischen den beiden großen Fraktionen aufgerieben worden, die SPÖ noch mehr als wir“, grübelt er. „Ich habe viel mit den Menschen gesprochen und viele positive Rückmeldungen bekommen. Deshalb bin ich so über dieses Ergebnis irritiert.“ Nun werde man intern darüber beraten, wie es bei der FPÖ Leitzersdorf weitergehen soll.