Stockerauer vor Gericht: DNA-Gutachten war eindeutig. Stockerauer (54) erhielt für Missbrauch mehrjährige Haft und muss Schmerzensgeld zahlen.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 03. Juli 2020 (04:52)
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Weil er seine durch Alkohol und Schmerztabletten benebelte Untermieterin sexuell missbraucht haben soll, musste sich ein Stockerauer (54) am Landesgericht Korneuburg verantworten. Trotz eines schwer belastenden DNA-Gutachtens beharrte er da rauf, nichts getan zu haben (die NÖN berichtete). Vergangene Woche sagten nun noch die Sachverständige sowie das Opfer vor Richter Helmut Neumar aus. Für den einschlägig vorbestraften Angeklagten machte das die Situation nicht besser.

Das Verhältnis zu der Frau hatte der 54-Jährige als ausgezeichnet beschrieben. Doch die 37-Jährige, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernommen wurde, bekräftige ihre Vorwürfe gegen den Stockerauer, der „einen Stand“ auf sie gehabt haben dürfte. Staatsanwältin Gudrun Bischof verwies dann auf die Ausführungen der Gutachterin, die keinen Zweifel daran ließ, dass die DNA-Spuren des Angeklagten, die bei einer Untersuchung des Opfers festgestellt worden waren, nur von sexuellen Handlungen stammen konnten.

Trotz Rücksprache blieb der 54-Jährige zum Leidwesen seines Verteidigers dabei, nicht schuldig zu sein und dass er sich das nicht vorstellen könne. Ohne Geständnis fiel somit auch der wichtigste Milderungsgrund weg. Das Urteil des Schöffensenats: dreieinhalb Jahre Gefängnis und 770 Euro Schmerzensgeld. Eindeutiger geht’s wohl nicht“, kommentierte der Richter den DNA-Beweis. „Vier einschlägige Vorstrafen waren erschwerend. Die leichte Gelegenheit kann man, wenn man wohlwollend ist, als mildernd werten.“

Der scheinbar ungerührte Stockerauer verzichtete nach kurzer Beratung mit seinem Verteidiger auf einen Einspruch. Das Urteil ist rechtskräftig.