Aueschen in Stockerau: „Bauhof arbeitet vorbildlich“. Die Vorsitzenden der Naturfreunde und des Alpenvereins appellieren an die ÖVP-Stadtleitung: Die Entnahme aller Eschen würde die Funktionen der Au beeinträchtigen.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 19. September 2019 (05:07)
Sturm
Bei den Vereinen ist die Sorge um die Au groß.

„Wir haben Tourenteilnehmer, die aus Berlin anreisen, um die Stockerauer Au zu besuchen. Denen sage ich: Kommt besser jetzt zu uns. Noch gibt es hier die Wildnis am Strom, bald vielleicht nur noch einen Landschaftspark.“

Der stellvertretende Vorsitzende der Naturfreunde Stockerau, Werner Fürtner, macht sich ernsthafte Sorgen um die Au. Die Pläne der ÖVP, nicht nur die kranken, sondern auch die gesunden Eschen im Auwald aus Sicherheitsgründen zu entfernen, sind für ihn erschütternd. Bisher wurden vom Bauhof nur die kranken Bäume entnommen. „Es wird immer nur von der Au als Erholungsgebiet gesprochen. Sie hat jedoch auch eine Schutzfunktion bei Hochwasser, Starkregen oder Überhitzung“, macht Fürtner bewusst.

„Hoffe, unsere Frau Bürgermeisterin ändert noch ihre Meinung“

Die geplanten Schlägerungen würden diese Funktion beeinträchtigen, dabei wisse noch niemand, ob wirklich alle Eschen dem Tod geweiht sind. „Bei allen Lebewesen entwickeln sich Resistenzen“, argumentiert Fürtner.

Und er hat auch Meinungen von Profis eingeholt: „Die MA49, die in Wien für die Forstverwaltung zuständig ist, hat das bisherige Vorgehen in der Stockerauer Au als vorbildlich bewertet. Rechtlich ist es wichtig, dass es detaillierte Aufzeichnungen über die Baumkontrollen gibt. Und es spricht auch nichts dagegen, manche Wege länger gesperrt zu lassen“, schlägt Fürtner vor.

Auch Herbert Wiedermann, Vorsitzender des Alpenvereins Stockerau, appelliert an die VP-Stadtleitung: „Ich hoffe, unsere Frau Bürgermeisterin ändert noch ihre Meinung, um den Erholungswert der Au, welche ja unter strengem Naturschutz steht, weiterhin zu gewährleisten.“ Er verstehe gut, dass sich die Gemeindeleitung absichern will; das sei jedoch auch mit weniger restriktiven Mitteln möglich.

„Der bisherige Plan bzw. dessen Umsetzung durch den Bauhof unter der Leitung von Franz Els hat bestens funktioniert!“, findet Wiedermann. Für ihn steht fest: „Eine Schneise zu schlagen, und sei es nur entlang der Hauptwege, würde den Charakter der Au stark verändern.“