In Stockerau waren die Bürger am Wort. Die Stockerauer hatten die Chance, vor den Wahlen ihre Fragen an die Politik zu richten.

Von Dieter Rathauscher und Michaela Höberth. Erstellt am 21. März 2019 (16:27)
Teresa Sturm
Diskutierten am Podium: Othmar Holzer (SPÖ), Herbert Pohl (FPÖ), Martin Fischer (NEOS), die NÖN-Redakteurinnen Veronika Löwenstein und Michaela Höberth, Erwin Kube (WIR!), Dietmar Pfeiler (Grüne) und Andrea Völkl (ÖVP).

Im Veranstaltungssaal der Raiffeisenbank hatten die Bürger das Wort: Die NÖN lud vor den anstehenden Wahlen zur Podiumsdiskussion mit den Spitzenkandidaten aller Parteien, und die Wähler hatten die Chance, ihre Fragen an die Politiker zu richten.

Dabei scheuten sich die Stockerauer nicht, die großen Probleme der Stadt anzusprechen: Die Tatsache, dass der Volksschulausbau auf Eis liegt, erhitzte die Gemüter. „Wir brauchen eine stabile Lösung für die nächsten 50 Jahre!“, appellierte die Direktorin der Volksschule West Renate Hagn. Auch die pensionierte Mittelschullehrerin Valerie Berger hofft, dass der Schulausbau Verbesserungen mit sich bringt: „Derzeit werden die Schüler mit einem Bus zum Turnunterricht in die Au gebracht. Im Zuge des Ausbaus sollte man die Sportanlagen mitdenken, auch im Sinne der Vereine“, forderte sie. Sie brachte die Idee eines Schulcampus ein.

Dass die Infrastruktur der Stadt dem starken Wachstum hinterherhinkt, darüber waren sich viele einig: „Die Straßen sind kaputt, Verkehrsschilder liegen am Boden, es sieht aus wie in Rumänien vor zehn Jahren! Wie wollen Sie in Zukunft alles besser machen, woher soll das Geld kommen?“, fragte Andreas Burger. Johannes Weiß zeigte sich enttäuscht: „Ich bin hierher gekommen, weil ich mehr über den Masterplan der SPÖ erfahren wollte. Meine Enttäuschung ist groß, dass die SPÖ noch gar keinen Plan hat, sondern diesen erst in Zukunft entwickeln muss.“

Und auch die Themen A22 und Innenstadt bereiten den Bürgern Sorgen: Die Konzepte der Parteien wurden hinterfragt, ebenso, ob sie in Zukunft vorhaben, Bürgerinitiativen zu unterstützen. Dafür gab es von allen Parteienvertretern ein klares Bekenntnis: Auf einer Skala von 0 bis 10 räumten alle Spitzenkandidaten den Bürgerinitiativen höchste Priorität ein.

Weiters wurde der laufende Wahlkampf hinterfragt: Die ÖVP musste für ihre Plakatkampagne gegen die SPÖ Kritik einstecken (die NÖN berichtete), die Grünen distanzierten sich ausdrücklich von einer Zusammenarbeit mit der Liste WIR!. Auf den Zahn fühlte Johannes Neumann den Kandidaten mit der Frage, wie hoch ihre Wahlkampfbudgets liegen. Die Liste WIR! investiert 12.000 Euro aus eigener Tasche, 15.000 Euro haben die Grünen-Gemeinderäte mit ihren Aufwandsentschädigungen zusammengespart. Die NEOS schätzen ihre Wahlkampfkosten auf 6.000 Euro, die Stadt-ÖVP gab an, 45.000 Euro zu investieren. Die SPÖ schöpft aus dem Ersparten und habe rund 100.000 Euro in die Kampagne gesteckt.