Vorwürfe: Wirtin der Seeschlacht in Langenzersdorf ist empört

Erstellt am 10. August 2022 | 04:16
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Symbolbild Seeschlachtwirtin Langenzersdorf Street View
Foto: Google Street View
Vorwürfe bestätigten sich laut Behörde nicht: Seeschlachtwirtin Scheucher legt die Causa in die Hände ihres Rechtsanwalts.

Seeschlachtwirtin Alexandra Scheucher ist wütend, aber auch menschlich enttäuscht. Ihr Gastronomiebetrieb stand jüngst im Fokus der Gewerbebehörde. Grund war ein Schreiben über angebliche Mängel punkto Hygiene und Gammelfleisch, über unqualifiziertes Personal, aber auch über die Betreiberin selbst, die als schmuddelig bezeichnet wurde und nie anwesend sei. Es folgte eine Anzeige bei der Gewerbebehörde.

Scheucher bekam daraufhin Besuch von den Kontrollorganen. „Die Beamten hatten sogar Pläne vom Gebäude dabei, um etwaige Kühlräume ausfindig zu machen, wo ich das verdorbene Fleisch hätte versteckt haben können“, erzählt sie. Nach der Überprüfung hätten sich die Beamten sogar für die Unannehmlichkeiten entschuldigt.

Bezirkshauptmann Andreas Strobl bestätigt die unangekündigte Kontrolle am vorigen Mittwoch. „Bei dieser Überprüfung war auch ein Vertreter der Abteilung Lebensmittelkontrolle des Amts der NÖ Landesregierung beigezogen. Dabei konnte der Inhalt der Anzeige nicht bestätigt werden.“ Vizebürgermeister Josef Waygand erzählt der NÖN: „Gerüchte hören wir, wir können diesen natürlich nachgehen – meistens stellen sich diese dann aber als übertrieben heraus.“

Was zur Anzeige bewogen hat, kann Scheucher nicht nachvollziehen. Sie kennt die Familie, die diese erstattet hat. „Ich bin natürlich menschlich enttäuscht.“

Zu den konkreten Vorwürfen befragt, erklärte sie, dass es gar nicht dazu kommen könne, dass Lebensmittel wie Speiseeis oder Fleisch bei ihr verderben. „Wir kaufen täglich frisch ein und für gewöhnlich werden die Produkte noch am gleichen oder am nächsten Tag verwertet.“ Dass sie als schmuddelig bezeichnet wurde, „finde ich besonders tief“, kränkt sich Scheucher, die übrigens die meiste Zeit im Betrieb anzutreffen ist. „Ich arbeite hier und wohne auch hier. Nur wenn ich einen Einkauf erledigen muss, bin ich nicht, wie mir vorgeworfen wurde, zu erreichen.“

Mittlerweile legte sie die Causa in die Hände ihres Rechtsanwalts. „Als Gastronomiebetrieb können wir uns eine Rufschädigung nicht leisten“, begründete sie ihren Schritt.