Gemeindepartnerschaft: „Urlaub bei Freunden“. Seit 40 Jahren besteht die Freundschaft zwischen den Gemeinden Stetteldorf und Esselbach aus Bayern. Deshalb reisten Weinviertler nach Deutschland.

Von Bernhard U. Wieser. Erstellt am 16. November 2018 (05:00)
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Die beiden Bürgermeister, Stetteldorfs Josef Germ (sitzend, Mitte) und Esselbachs Richard Roos (sitzend, rechts), halten die Geschenke in Händen. Im Hintergrund sind die zahlreichen Gemeinderäte der beiden befreundeten Gemeinden zu sehen.

Der erste Kontakt zwischen Stetteldorf und der deutschen Gemeinde Esselbach (Bayer) geht auf das Jahr 1962 zurück, als die Sportvereine ein Ablösespiel für einen Spieler absolvierten (die NÖN berichtete). Der Kontakt wurde immer intensiver, jährlich treffen die beiden Sportvereine aufeinander. Abwechselnd reisen die Niederösterreicher traditionell zu Pfingsten nach Bayern oder die Bayern ins Weinviertel.

Jubiläum in Esselbach gefeiert

Doch auch abseits des Sports entstanden Freundschaften, weshalb vor 40 Jahren eine offizielle Gemeindepartnerschaft gegründet wurde. Das Jubiläum wurde nun in Esselbach gefeiert, 45 Stetteldorfer nahm die 650 Kilometer lange Reise auf sich. Neben VP-Bürgermeister Josef Germ und seinem Stellvertreter Hermann Schwarzl waren etliche Gemeinderäte und Pfarrgemeinderäte mit in den Spessart gekommen.

Im Gasthaus Talblick in Steinmark, wo die Gäste auch übernachteten, hatte die Gemeinde Esselbach ein Begrüßungsessen ausgerichtet. Am Samstag ging es dann mit dem Bus nach Frankfurt, auf dem Weg erfuhren die Gäste Interessantes aus der Spessarter Geschichte durch den Esselbacher Gemeinderat Ernst Dürr. Dabei staunten die Stetteldorfer, dass die Wiener Habsburger Kaiser auf ihrem Weg zur Wahl in Frankfurt früher durch Esselbach fuhren, das an der viel befahrenen und wichtigen Poststraße nach Frankfurt lag.

Esselbachs Bürgermeister Richard Roos, der selbst in Frankfurt im Bankwesen tätig ist, informierte im Rahmen einer Stadtrundfahrt über die Finanzmetropole. Die Teilnehmer besuchten dabei den Römerplatz, den Kaiserdom und die Neue Altstadt. Den Festgottesdienst am Sonntag zelebrierten die beiden Pfarren der Gemeinden, Esselbachs Alexander Eckert und Stetteldorfs Werner J. M. Grootaers de Budt, gemeinsam.

Zu einem Highlight wurde die Übergabe der Geschenke. Beide Gemeinden hatten zum Jubiläum nach etwas Besonderem gesucht. Die Stetteldorfer hatten neben Weinpräsenten ein großformatiges Aquarell mit den wichtigsten Gebäuden des Ortes mitgebracht. Roos versprach, dafür einen Ehrenplatz im Ratszimmer zu finden. Er übergab seinerseits neben regionalen Bierspezialitäten zur Erinnerung an das Jubiläum eine Tuschezeichnung des Esselbacher Künstlers Ernst Roth.

Ortschef Germ sprach Gegeneinladung aus

„Zwischen Gemeinden gib es eigentlich keine Freundschaft, sondern nur zwischen den Menschen“, meinte Roos. Letztere sei zwischen den Stetteldorfern und den Esselbachern dafür besonders ausgeprägt, ergänzt er. Germ meinte abschließend: „Es war wie Urlaub bei und mit Freunden.“ Zur Verabschiedung sprach der Stetteldorfer Bürgermeister eine herzliche Einladung auf einen Gegenbesuch im Weinviertel aus.