Ernte 2019: Heimat bringt Qualität. Die Feldfrüchte aus heimischen Böden erfüllen die höchsten Standards. Dennoch: Bauern kämpfen an vielen Fronten.

Von Michaela Höberth und Christian Sturm. Erstellt am 21. September 2019 (06:00)
Sturm
Erdäpfel und Zwiebel, so weit das Auge reicht: Christian Burger, Gerhard Ratsch, Stadtchefin Andrea Völkl, Lorenz Mayr und Karl Widhalm.

Die Maschinen laufen auf Volldampf, viele fleißige Hände sortieren, waschen und packen Feldfrüchte ab. Die Erdäpfelernte ist im vollen Gange – und damit auch der Betrieb in der Handelsgesellschaft Lapro. „Wir verarbeiten jedes Jahr zirka 40.000 Tonnen an Kartoffeln und Zwiebeln“, legt Geschäftsführer Christian Burger Zahlen vor.

Am Ende der Grafendorferstraße gelegen, beliefert die Lapro von Stockerau aus ganz Österreich, vor allem die großen Supermarktketten. Jeden Tag verlassen rund 150 Tonnen an Erdfrüchten den Standort, allesamt gekennzeichnet mit dem AMA-Gütesiegel.

„Wir müssen rund 30 Prozent aussortieren“

Die Bauern der Region liefern die Feldfrüchte an, für den Handel vorbereitet werden sie von den rund 40 Lapro-Mitarbeitern. „Wir haben sowohl konventionelle Ware als auch Bioware. Diese ist im letzten Jahr stark angestiegen“, so Burger. Was nicht den Anforderungen des Marktes entspricht, wird zu Futter verarbeitet – und das trifft auf fast ein Drittel der angelieferten Produkte zu.

„Wir müssen rund 30 Prozent aussortieren“, weiß Lorenz Mayr, stellvertretender Obmann der Bezirksbauernkammer und selbst Zulieferer. Mäuseplage, Drahtwürmer und Trockenheit haben ihre Spuren hinterlassen. „Die vielen Einflüsse stellen uns Landwirte vor Herausforderungen und auch das Verbot von Pflanzenschutzmitteln kann die Versorgungssicherheit gefährden“, macht er bewusst.

Denn obwohl der Bezirk österreichweit bei der Erdäpfelproduktion mit 3.400 Hektar Anbauflächen ganz vorne liegt, gab es im Vorjahr so hohe Verluste, dass auf Importware zurückgegriffen werden musste.

Für Mayr eine bedenkliche Entwicklung: „Wir Bauern behandeln unsere Böden gut und schützen sie. Wenn durch zu viele Restriktionen Produkte aus dem Ausland zugekauft werden müssen, die weit unter unseren Standards liegen, beißt sich die Katze in den Schwanz – von Aspekten wie Klimaschutz und unfairen Arbeitsbedingungen ganz zu schweigen.“