Josef Wasser „bleibt unvergessen“

Erstellt am 05. August 2022 | 18:48
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Das Straßentheater wird Josef Wasser genauso in Erinnerung behalten: als Nikolaus Lenau.
Foto: privat
Der Stockerauer ist am 3. August nach schwerer Krankheit verstorben. Der 72-Jährige hat sich im sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereich sehr engagiert.

Josef Wasser ist im Alter von 72 Jahren nach längerer, schwerer Krankheit am Mittwoch (3. August) verstorben: Der Schock ist groß. Er hat sich in der Lenau-Stadt unermüdlich engagiert – im sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Bereich.

Der gebürtige Wiener lebte seit 1976 in Stockerau und war vor seinem Ruhestand im kaufmännisch-technischen Bereich bei IBM beschäftigt. Er war Gründungsmitglied der Kiwanis in Stockerau, war deren Sekretär und Präsident. „Und er war außerhalb des Vereins österreichweit in der Organisation der Kiwanis tätig“, berichtet Peter Hopfeld. Die Trauer unter den Stockerauer Vereinsmitgliedern ist groß: „Unsere Gedanken sind bei seiner Familie.“

"Bei ihm ist der Schmäh g'rennt"

Wasser setzte sich sehr für Hilfsbedürftige ein und ging dabei noch einen Schritt weiter. 2012 initiierte er die Gründung des „Kiwanis Aktion Club Weinviertel“: „Er wollte den ersten Kiwanis-Verein in Europa für Menschen mit Behinderung auf die Füße stellen“, erklärt Präsident Ronald Pfennigbauer, der Wasser als seinen persönlichen Mentor bezeichnet. „Er war ein leiwander Kerl, ein lustiger Mensch, bei ihm ist der Schmäh g’rennt. Aber er konnte auch ziemlich ernst sein.“ Der Verein will die Erinnerung an ihn wahren: „Er wird im Kiwanis Aktion Club weiterleben“, betont Pfennigbauer.

Der Verstorbene trat außerdem als Organisator des Erdäpfelfestes in Stockerau auf und brachte mehrere Jahre die Beauty-Messe ins Z2000: Zahlreiche Aussteller beteiligten sich, die Themen Schönheit und Wellness lockten tausende Besucher.

"Für uns ein ganz schwerer Verlust"

Und er war der Nikolaus Lenau des Straßentheaters – und zwar von der ersten Stunde an: Von 2012 bis 2020 trat er ohne Unterbrechung in seiner Paraderolle im Prolog und im Epilog auf. „kunst & ko“ und das Straßentheater betrauern einen Freund und Mitstreiter. „Bis zuletzt war Josef optimistisch im nächsten Jahr, wieder mitspielen zu können“, sagt Valerie Berger. „Wir werden unseren Nikolaus Lenau sehr vermissen, für uns ist er ein ganz schwerer Verlust. Er hat als verlässliches Mitglied für das Straßentheater gelebt und gewirkt.“

Für Richard Maynau (kunst & ko) war er „ein ganz besonderes Mensch“: „Sehr menschlich, immer etwas zu schnell mit seinen Aussagen, es ging mit ihm stets durch, was viele sicher irritiert hat, aber immer ein ‚grader Michl‘“, beschreibt er via Facebook. „Aber vor allem war er ständig bemüht an sich zu arbeiten, das habe ich an dem wunderbaren Menschen und Freund Josef geschätzt.“ Er werde ihn vermissen, sein Lenau beim Straßentheater „bleibt unvergessen“.

Josef Wasser hinterlässt seine Frau, zwei Kinder und drei Enkelkinder. Er wird am 12. August, 13 Uhr, nach feierlicher Einsegnung in der Kapelle am Friedhof Stockerau zum Familiengrab geleitet.