Bankomat gab mehr aus: Kunde langte kräftig zu. Falschsortierung im Bankomaten sorgte für unerwarteten Geldregen bei Kunden: Langenzersdorfer bereicherte sich um 6.240 Euro.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 20. Februar 2019 (04:51)
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Im Oktoberwurde ein Bankomat der Volksbank in Stockerau falsch befüllt. Ein Langenzersdorfer nutzte das Missgeschick aus.

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich im vergangenen Oktober unter Kunden das Gerücht, dass ein Volksbank-Bankomat in Stockerau statt 20er-Noten 50-Euro-Scheine ausspuckte. Auch ein 23-jähriger Langenzersdorfer erfuhr davon, und er nutzte das Missgeschick jener Bankmitarbeiterin, die den Automaten falsch befüllt hatte, aus: Er probierte es, und tatsächlich gab der Bankomat mehr aus.

„Ich hatte große Geldsorgen“

„Ich habe es von anderen Kunden erfahren und dann probiert. Als es funktionierte, habe ich mehrmals behoben. Ich hatte große Geldsorgen“, gibt der Langenzersdorfer vor Gericht die Unterschlagung zu. Er habe damit Schulden bezahlt, sein überzogenes Konto ausgeglichen, Reifen gekauft, sein kaputtes Auto reparieren lassen und ein Kinderbettchen gekauft, sagt der 23-Jährige und gesteht: „Einige Hunderter habe ich beim Spielen verjubelt.“

Verteidigerin Daniela Schiesl listet mit Schadensgutmachung und einem reumütigen Geständnis des Weinviertlers die Milderungsgründe auf und bittet wie der vorbestrafte 23-Jährige um ein mildes Urteil.

Der Langenzersdorfer kommt mit einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe noch einmal glimpflich davon. Die Vorstrafen werden nicht widerrufen, nur die Probezeiten auf fünf Jahre verlängert. Das Urteil ist rechtskräftig.