Nachbarn fühlten sich gestört: Kaiser findet Kompromiss. Was mit einer spontanen Idee begann, ist für viele ein Fixpunkt im Corona-Alltag geworden: Clemens Reinsperger von den Wilden Kaisern gibt jeden Abend in Stockerau ein „Terrassenkonzert“.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 07. April 2020 (07:41)
Clemens Reinsperger will mit seinen „Terrassenkonzerten“ aufmuntern.
Die Wilden Kaiser

Seit Ende März greift Clemens Reinsperger von den Wilden Kaisern jeden Abend zu seiner Gitarre und gibt ein „Terrassenkonzert“, dem viele Fans von ihrem Balkon aus oder online auf Facebook folgen.

So war es auch am vergangenen Sonntag: Die Bewohner der umliegenden Wohnbauten jubelten Reinsperger auf seiner „Ersatzbühne“ zu, Passanten blieben stehen, um dem Gig zu lauschen und viele verfolgten den Auftritt auf Facebook. „Da war richtig was los“, weiß Reinsperger.

„Es gibt Leute, denen die Situation zu viel ist“

Doch nicht alle waren glücklich über das Konzert; Nachbarn fühlten sich gestört. Es gab eine Anzeige gegen den Musiker, die Polizei war vor Ort. Während viele Fans auf Facebook gegen die Beschwerde wetterten, mahnt Reinsperger zu Verständnis: „Es gibt Leute, denen die Situation zu viel ist“, weiß er.

Und er hat einen Kompromiss gefunden, der sowohl seine Fans als auch die Nachbarschaft zufriedenstellen soll: „Diese Woche machen wir eine ‚bunte Woche‘: Es wird nur am Mittwoch und am Sonntag Konzerte geben“, kündigt er an. An den anderen Tagen werden die Kaiser Einblick in ihren Corona-Alltag geben.

Reinsperger hofft, so allen Ansprüchen gerecht zu werden. „Die Konzerte sollen als das verstanden werden, was sie sind: eine Aufheiterung in der aktuellen Situation.“ Das gilt auch für ihn selbst, denn 80 bis 90 Prozent der geplanten Auftritte für 2020 werden wohl nicht stattfinden.

Umso schöner ist es für ihn, dass seine Terrassenkonzerte einen derart großen Zuspruch finden. „Für mich ist das der Hammer! Es haben sich viele Leute gemeldet, die noch nicht unsere Fans waren, auch aus dem Ausland“, freut er sich.