Stockerau

Erstellt am 15. Juni 2018, 05:00

von Dieter Rathauscher und Christian Sturm

Viel Lärm um das neue Festspiel-Stück. Intendant Zeno Stanek stellte in der Galerie Ihm den Shakespeare-Klassiker vor und gab Einblicke in die Produktion.

Zeno Stanek, Ensemblemitglieder, Stadtpolitiker und Festspiel-Fans freuen sich schon auf die Premiere.  |  Rathauscher

Zeno Stanek stellte das diesjährige Stück „Viel Lärm um nichts“ in der Galerie Ihm vor. Diese Einrichtung, das aktuelle Stück vorzustellen und damit die Neugier des Publikums zu wecken, ist inzwischen zu einer fixen Größe geworden.

„‚Viel Lärm um nichts‘ ist nicht nur ein passender Titel für Stockerau, sondern auch sehr gut geeignet für ein Sommertheater. Damit beginnen wir eine Shakespeare-Trilogie, denn er wird zur Zeit eher weniger gespielt, vor allem auf Sommerbühnen. Das hat sicher auch mit der Länge der Stücke zu tun; auch wir mussten die Vorlage von fast fünf auf akzeptable zwei Stunden komprimieren“, so Stanek.

„Viel Lärm um nichts‘ ist nicht nur ein passender Titel für Stockerau, sondern auch sehr gut geeignet für ein Sommertheater.“Zeno Stanek, Intendant

Auch die Handlung wurde modifiziert, um – wie gewohnt – einen Bezug zu Stockerau und aktuellen Geschehnissen herstellen zu können. So spielt das Stück in der Gegenwart, irgendwo in einem südlichen Land, in dem Krieg herrscht. Das Bühnenbild stellt deshalb einen zerbombten Palast dar. Und die Kostüme sind aus Stoffresten, wie zum Beispiel einem Vorhang, genäht worden.

Aus dem Fürsten Leonato wurde die Fürstin Leonata, damit wird der Machtkampf zwischen dem Fürstenhof und den Eindringlingen auch zu einem Machtkampf zwischen den Geschlechtern. Die Textadaption stammt von Stanek und Karl Ferdinand Kratzl. Die Musik wird wieder von Karl Ritter komponiert, allerdings nicht live gespielt. Es wird drei Musikebenen geben: Anklänge an Renaissancemusik beim Maskenball, arabische Elemente, zur angenommenen Location passend, und Musik aus einem Ghettoblaster, der den Schlossbewohnern trotz Kriegszustand noch geblieben ist.

Die Ausweichbühne im Z2000 wurde in Anlehnung an das Londoner Globe Theatre von Shakespeare sehr einfach gestaltet: Ein eindrucksvolles Bild einer Kriegsruine bildet den Hintergrund der Bühne.

Stanek verwies dann noch auf die vier Musikabende und das Rahmenprogramm, und natürlich auf das Sozialprojekt. Die Spendensammlung kommt diesmal dem Verein MOMO, einem mobilen Kinderhospiz- und Palliativteam, zugute.