Völkl ist für Baumrodungen: „Wege müssen sicher sein“. Für Stockeraus VP-Stadtchefin steht fest: Die Eschen entlang der Hauptrouten der Au müssen weichen.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 14. August 2019 (04:29)
Sturm
„Ich möchte nicht damit leben, dass jemand in der Au verletzt wird“, soVP-Bürgermeisterin Andrea Völkl. Sie wird dem Bescheid der Bezirkshauptmannschaft, in der Au für Sicherheit zu sorgen, Folge leisten. „Gemeinderatsbeschluss braucht es dafür keinen.“

Für die Beteiligten war es eine große Streitfrage: Soll es in der Au zu Abholzungen kommen? Seit 2016 ist das Eschentriebsterben ein großes Problem in den Auwäldern. Während in den meisten Gebieten radikal geschlägert wurde, ging der städtische Bauhof im Naturschutzgebiet Au anders vor: Die Eschen werden regelmäßig kontrolliert und mit Vorsicht entnommen. Das große Ziel ist, dass die Bäume Resistenzen gegen den Pilz, der das Triebsterben verursacht, bilden können.

VP-Stadtrat Herwig Hödl, Jurist mit forstwirtschaftlichem Hintergrund, ist das jedoch zu gefährlich: „Der Waldeigentümer ist entlang der öffentlichen Wege für den Zustand des Waldes haftbar“, erklärte er gegenüber der NÖN, und damit würde im Unglücksfall die Bürgermeisterin haften. An den Hauptwegen in der Au müsste demnach geschlägert werden, sie müssten aus Sicherheitsgründen auf 90 Meter verbreitert werden.

„Über das Wie können wir im Ausschuss noch reden. Tatsache ist aber, dass wir jetzt handeln müssen.“Andrea Völkl, VP-Stadtchefin

Dem stellten sich jedoch nicht nur Bauhofleiter Franz Els, sondern auch alle Oppositionsparteien entgegen: Sie stehen zum bisherigen Vorgehen, vor allem vor dem Hintergrund, dass man den Status als Naturschutzgebiet unbedingt erhalten möchte und die Sorgfaltspflicht durch die Kontrollen gewahrt wäre. Die Stadt könnte, so der Gegenvorschlag, eine Beraterfirma einbinden, die die Eschen in Beobachtung halten und damit die Haftung tragen würde.

Für VP-Bürgermeisterin Andrea Völkl steht das weitere Vorgehen trotz aller Diskussionen bereits fest: „Wir haben 2016 einen Bescheid der Bezirkshauptmannschaft erhalten, der uns anweist, für Sicherheit in der Au zu sorgen. Dem ist Folge zu leisten“, macht sie klar. Dabei gehe es ihr nicht um die eigene Haut, sondern um den Schutz der vielen Besucher, die zur Erholung in die Auwälder kommen. „Ich war selbst am Wochenende mit meinen Enkeln dort. Überall sind Familien mit ihren Kindern unterwegs“, weiß sie. Und: „Ich möchte nicht damit leben, dass jemand in der Au verletzt wird. Die Hauptwege müssen sicher sein, und dafür müssen die Eschen weg.“

Im Sinne des Naturschutzgebiets will Völkl dabei achtsam vorgehen. Die Arbeit mit einem Harvester scheint ihr dabei die sicherste Variante zu sein. „Es werden nur die Eschen entnommen. Dort, wo keine Wege verlaufen, dürfen sie aber stehen bleiben“, so die Stadtchefin. Damit sich der Wald schnell wieder erholt, will sie heimische Baumarten nachpflanzen. Das genaue Prozedere soll im Ausschuss festgelegt werden.