kamea: Leuchtturm für Kultur in Stockerau. Mit „kamea“ will die Truppe die Kultur zurück in die Stadt bringen.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 10. Juli 2020 (03:19)
Kein Meer? Kein Märchen? Kamea! Eva Kronberger, Regisseur Richard Maynau und Valerie Berger können es kaum erwarten, ihr neuestes Stück auf der Pferdewagen-Bühne zum Besten zu geben.
Höberth

Die Klimakrise, die Coronakrise, eine Liebesgeschichte, das Aschenputtel, der liebe Augustin, die alte Dame, Lenau und dann auch noch ein Leuchtturm – das passt bei aller Liebe für Kultur nicht zusammen, finden Sie? Tut es doch, und zwar auf dem Bühnenwagen des Stockerauer Straßentheaters! Unter dem klingenden Titel „kamea“ haben vier Autoren der findigen Theatergruppe die großen aktuellen Fragen der Gesellschaft aufgegriffen und mit viel Witz, Tiefgang und klassischen Märchenelementen gewürzt.

„Die Klimakrise ist im Moment das große Thema. Dazu etwas Lustiges zu schreiben war eine Herausforderung, aber es ist uns gelungen“, freut sich Valerie Berger, Obfrau des veranstaltenden Vereins kunst&ko. Ein kurzer Einblick in den Inhalt: Eine sagenhaft reiche, geheimnisvolle Gönnerin plant, ihr riesiges Vermögen entweder Korneuburg oder Stockerau zu vermachen. Dafür entsendet sie den lieben Augustin in die Gegend. Ganz klar, dass sich Stockerau angesichts der leeren Stadtkassen diese Chance nicht entgehen lassen darf! Stockerau soll also eine Vorzeigestadt für Krisenpräven tion werden und braucht dafür – wie sollte es anders sein – ein Leuchtturmprojekt. Dabei steht das Stück unter der zentralen Frage: Sind die Menschen bereit, ihr Verhalten zu ändern oder nicht? „Es wird eine spannende Story mit einem überraschenden Ende. Mehr wird aber nicht verraten“, so Berger neckisch.

Das diesjährige Stück, ihr neuntes, hat für die Truppe des Straßentheaters eine besondere Bedeutung, und das nicht nur, weil es mittels Videokonferenzen erarbeitet werden musste: „Speziell nach dieser schweren Zeit – einem kulturfreien Frühling und einem kulturlosen Sommer – wollen wir den Leuten wieder Theater bieten“, hofft Berger, dass die Veranstaltungen im September trotz Coronakrise stattfinden können.

Für die Sicherheit der Zuseher ist dank dem Partner der Truppe, dem Roten Kreuz, gesorgt. Gespielt wird zwischen dem 19. und dem 27. September im Rathaus-Innenhof, im Schlösslpark, vor dem Veggie-Bräu, im Stadtpark und erstmals auch am alten Bauhof in Sierndorf. Bei Regen wird in der Halle der Firma Lapro gespielt. Die Bühne bringen in bewährter Manier die Noriker der Familie Koy an die Spielorte. 21 Schauspieler stehen auf der Bühne und ein Team von 40 Personen arbeitet mit Herzblut daran, den Besuchern eine unvergessliche Vorstellung zu bieten. „Dabei könnten wir dringend mehr Leute im Backstage-Bereich brauchen“, lädt Obfrau-Stellvertreterin Eva Kronberger zum Mitmachen ein.