„kaos“: Stockerau tritt aus der EU aus. Auch heuer liefern die beliebten Darsteller eine äußerst sehenswerte Show ab.

Von Dieter Rathauscher. Erstellt am 18. September 2019 (04:06)

Man kann immer wieder staunen, wie es dem Stockerauer Straßentheater gelingt, Jahr für Jahr ein Stück mit starkem Bezug zu den aktuellen Ereignissen auf die Beine zu stellen. Dass dabei der Humor nicht zu kurz kommt, ist selbstverständlich.

So wurde diesmal geschickt der Bürgermeisterwechsel in Stockerau mit dem Brexit verwoben, was dazu führte, dass plötzlich an der Stadtgrenze Schranken errichtet wurden und die Stadt unter dem Stichwirt „Stoxit“ aus der EU austrat. Das führte natürlich zu einem „kaos“.

Alle bereits lieb gewonnenen Charaktere treten wieder auf: Dichter Nikolaus Lenau, der wie gewohnt mit dem Weinglas in der Hand für Prolog und Epilog sorgt, Bürgermeister Schwammerl, der zum „Altbürgermeister“ degradiert wird und sich rächt, die beiden Putzfrauen des Rathauses, die Polizeibeamten und viele andere bekannte Gesichter sorgen für beste Unterhaltung.

Große Lacher erzielt die „beseelte“ Kaffeemaschine. Das Volk inklusive Hund Wotan demonstriert alle Facetten der Gesellschaft von links bis rechts, festgemacht vor allem am Konflikt zwischen Rad- und Autofahrern.

Die ersten vier Vorführungen waren ein riesiger Erfolg. Die beiden Aufführungen am Sonntag im Park des Belvedereschlössels waren mit jeweils mehr als 200 Zusehern quasi ausverkauft, einige Besucher mussten sogar stehen. Fünfmal spielt das Straßentheater noch das Stück, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte.