Ausbleibende Korneuburger Gäste werden nicht gestraft. Im Bezirk sehen Wirte ihren Gästen die „Vergesslichkeit“ nach.

Von Herwig Mohsburger. Erstellt am 20. März 2019 (06:01)
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Leer ist der Speisesaal im Hotel Dreikönigshof in Stockerau nur am Ruhetag. Reservierungen sind selbstverständlich, Stornogebühren kommen für ThomasHopfeld nicht infrage.Mohsburger

Die Wiener Wirte haben Alarm geschlagen, weil sie durch Kunden, die ihre Tischreservierungen nicht einhalten, einen Geschäftsentgang haben. Zum Teil werden sogar Stornogebühren verlangt. Die Gastronomen im Bezirk haben damit kaum Probleme, wie die NÖN-Recherchen ergaben.

Der Tenor: Natürlich komme es vor, dass Gäste trotz Reservierung nicht erscheinen. Dies sei ärgerlich, wenn extra Tische zusammengestellt wurden, die dann bei vollem Haus wieder getrennt werden müssen. Wirtschaftliche Probleme durch vergessliche Gäste sehen die Unternehmer aber kaum. Das bestätigt auch Wirtschaftskammer-Spartenobmann Franz Riefenthaler aus Großmugl: „Schwierigkeiten sind mir nicht bekannt. Stornogebühren, wie vereinzelt in Wien, werden im Bezirk kein Thema sein.“ Er erinnert aber die Gäste daran, dass bei einer Online-Reservierung „eine gewisse Verbindlichkeit entsteht“.

„Wir haben kaum Ausfälle, unsere Gäste sind gut erzogen“, freut sich Erika Bischof von der Dorfschenke in Oberzögersdorf. Da es meist viele Reservierungen gibt, „fahren die Gäste nicht umsonst heraus“ und würden umgekehrt auch zum Telefon greifen, wenn sie nicht kommen können.

Kein Geschäftsentgang durch geplatzte Reservierungen

Jede Woche ein bis zwei geplatzte Reservierungen gibt es in der Pizzeria Castello in Stockerau. Geschäftsentgang entsteht dadurch aber nicht „Diese Plätze bleiben aber nie lange leer, die bekommen wir schnell mit Laufkundschaft voll“, so Geschäftsführer Otto Hörmann.

Mit vergebens reservierten Plätzen hat man beim Heurigen Paul in Leobendorf keine Pro-bleme. „Das ist am Land nicht so ein Thema, man kennt sich ja“, erklärt Renate Paul. Gelegentlich komme es aber vor, dass für zu viele Personen reserviert wird. In Korneuburg bei „Der Grieche“ kennt man Reservierungsprobleme nur vom Hörensagen. Absagen oder unzuverlässige Gäste gibt es laut Geschäftsführer Vassilis Salamanopoulos nur ganz selten.

Im Goldenen Bründl in Oberrohrbach „kommt es leider einmal pro Woche vor, dass ein Gast auf eine Reservierung vergessen hat“, erklärt Besitzer Gerhard Knobl. „Wir menscheln halt alle“, zeigt er sich nachsichtig. Auch die Tatsache, dass Sonntage auf vier Wochen voraus ausreserviert sind, könne ein Grund für das Fernbleiben sein. Wenn es doch passiert, ruft Knobl den Gast an, der dann zumeist zerknirscht ist und sich entschuldigt.

„Bei Veranstaltungen ist es natürlich ärgerlich, wenn ein Platz frei bleibt“, sagt Thomas Hopfeld vom Dreikönigshof in Stockerau. Wie seine Branchenkollegen verlangt Hopfeld keine Stornogebühren, obwohl dies bei digitalen Reservierungssystemen leicht machbar wäre.