Reiseunternehmer: „Wäre nur elf Tage zu Hause gewesen“. Reiseunternehmer suchen Alternativen, um sich über Wasser zu halten.

Von Hedwig Mohsburger und Josef Christelli. Erstellt am 16. Mai 2020 (04:09)
Claudia und Heinz Cepera werden von der Krise hart getroffen. Das Personentransport- und Reiseunternehmen war im Sommer komplett ausgebucht.
Josef Christelli

Heinz und Claudia Cepera aus Ernstbrunn haben mit ihrem Personentransport- und Reiseunternehmen noch keine Riesenprobleme, Hilfe von der Bundesregierung oder vom Land NÖ gab es aber kaum: „Bis jetzt haben wir fast nichts erhalten, nur 1.000 Euro gleich am Anfang der Krise“, sagt Claudia Cepera im NÖN-Gespräch.

Unterstützung hat das Reiseunternehmen von den heimischen Vereinen bekommen: Der Dorfverein Merkersdorf, die Musikkapelle Ernstbrunn und die Jugend Simonsfeld haben bei den Ceperas Gutscheine für künftige Reisen gekauft.

Für die Bio-Kreativ-Bäckerei Kürrer hat der Transportbetrieb die Auslieferungen bestellter Waren übernommen. Finanziell bringe das zwar wenig, aber es sei für einen guten Zweck: „Das ist unser Beitrag, dass das Leben in der schlimmsten Zeit während der Coronakrise mit den Ausgangsbeschränkungen weitergegangen ist“, sagt Heinz Cepera.

Die Krise treffe ihn und sein aufstrebendes Unternehmen besonders hart: „Wir hätten tolle Reisen im Sommer gemacht, ich glaub, ich wäre nur elf Tage zu Hause gewesen“, trauert er dem gut gebuchten Jahr nach.

Beim Transport- und Reiseunternehmen Haschka in Oberrußbach stehen die drei Reisebusse still. Anfragen für Bustransporte gebe es kaum, so Geschäftsführer Alexander Burger. Lediglich Schulen, die das nächste Schuljahr planen, hätten vereinzelt Erkundigungen eingeholt.

Genug Arbeit auf dem Transportsektor

Da alle größeren Veranstaltungen im Sommer abgesagt wurden, werde auch kein Bustransfer benötigt. Nur eine einzige Reise wurde in diesem Sommer noch nicht abgesagt. Nun müsse zunächst abgewartet werden, ob die Öffnung der Hotels mehr Nachfrage bringt.

Den drei Reisebussen stehen bei der Haschka GmbH 25 Lkw gegenüber, das Unternehmen ist somit nicht alleine auf die Buchungen angewiesen. „Es ist uns sogar gelungen, keinen der Fahrer kündigen zu müssen“, freut sich Burger. Denn auch wenn die Reisebranche stillsteht, „am Transportsektor gibt es Arbeit genug“, erklärt er.