Waldbrände: Feuerwehr-Spezialisten helfen in Bordeaux

Erstellt am 12. August 2022 | 19:17
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Die Waldbrandbekämpfung-Sondereinheit ist nach Frankreich aufgebrochen, wo sie klatschend begrüßt wurde: Die Waldbrände dort sind enorm, Hilfe ist sehr willkommen.

Die Spezialisten des Feuerwehr-Sonderdienstes Waldbrandbekämpfung mit Sitz in Stockerau haben einen wichtigen Einsatz zu bewältigen – in Frankreich. Die großflächigen Waldbrände haben in Bordeaux zugenommen, die NÖ Feuerwehren wurden daher um Hilfe gebeten. Der Fahrzeugkonvoi brach gestern Nacht auf, weitere Einsatzkräfte fliegen heute (12. August) in das knapp 1.700 Kilometer entfernte Einsatzgebiet nach Frankreich.

Wie dringend die Unterstützung benötigt wird, zeigt die Reaktion der Franzosen: Die Feuerwehr-Mitglieder berichten, dass sie nach der Überqueren der französischen Grenze klatschend begrüßt wurden und Vorbeifahrende den Konvoi mit hochgezeigtem Daumen passieren. Eine Eskorte der französischen Polizei begleitete dann den Zug über Beaune, Saint-Rémy und Combrone nach Bordeaux, von wo es dann in Richtung Ziel, dem Weinbaugebiet Hostens, weitergeht. Enorme Waldbrände im Ausmaß von 6.000 Hektar lodern dort seit Wochen.

Zwölf Fahrzeuge, 27 Mitglieder, 30 Stunden

30 Stunden war der erste Zug unterwegs; dieser setzt sich aus zwölf Fahrzeugen – ein Großteil davon Waldbrandfahrzeuge des Sonderdienstes – und insgesamt 27 Mann zusammen. Ein Fahrzeug mit zwei weiteren Kameraden brach heute (12. August) auf, 47 Einsatzkräfte wurden außerdem mit einem Charterflug vom Flughafen Wien in das Einsatzgebiet geflogen. Der Einsatzschwerpunkt liegt besonders auf der Brandbekämpfung mit Bodeneinheiten, da europaweit aktuell nur wenige bis keine Löschflugzeuge zur Verfügung stehen.

Die Vorbereitung zur Verlegung eines Kontingents liefen schon gestern auf Hochtouren. Feuerwehr-Mitglieder wurden in Stockerau gebrieft und von Landeskommandant Dietmar Fahrafellner verabschiedet: Er betonte, dass dies einer der herausfordernsten Auslandeinsätze werden wird. Pünktlich um 22 Uhr machten sich die ersten Einsatzkräfte auf den Weg nach Frankreich.

Josef Huber ist wieder NÖ Einsatzleiter

Zur Koordination des Einsatzes wurde auch der Landesführungsstab (LFÜST) des NÖ Landesfeuerwehrkommandos einberufen, dieser ist seit Donnerstag (11. August), 13 Uhr, dauerhaft besetzt. Die Experten der jeweiligen Sachgebiete unterstützen den Einsatz von Tulln aus. Einsatzleiter für die NÖ Einsatzkräfte ist Landesfeuerwehrrat Josef Huber. Er war schon bei den Großbränden im Raxgebiet und im Auslandseinsatz in Nordmazedonien in dieser Funktion aktiv. Die vorläufige Einsatzdauer wurde mit einer Woche beziffert, je nach Lage vor Ort kann sich die Dauer jedoch noch verändern.

Niederösterreich entsendet in Abstimmung mit dem Innenministerium über das EU-Modul „Ground forest fire fighting using vehicles“ insgesamt 80 Feuerwehrmitglieder in das Einsatzgebiet.