Dürnsteiner Stiftsumbau: Offene Räume, neuer Lift. Noch als Baustelle präsentieren sich Gänge und Hallen, in denen „Gutes“, „Schönes“ und „Wahres“ erlebbar werden.

Von Gertrude Schopf. Erstellt am 10. März 2019 (06:52)
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Christian Ceplak, Leiter Kultur und Tourismus der Stifte Herzogenburg und Dürnstein, in der beeindruckenden gotischen Säulenhalle, die als Raum des „Guten“ gestaltet wird.

Es ist noch viel zu tun bis zur Eröffnung am 1. Mai, aber die Verantwortlichen sind guten Mutes, dass der Termin hält: Der Umbau im Augustiner-Chorherrenstift, im Zuge dessen ein neuer Ausstellungsrundgang geschaffen wird, läuft nach Plan. Jetzt, mit Ende der Bauwoche 17 (im Internet werden die Bauphasen und Renovierungsschritte dokumentiert), zeigen sich bereits die Dimensionen des geplanten Ausstellungskonzeptes.

Säulenhalle nun barrierefrei erlebbar

Die gotische Säulenhalle beispielsweise, aus der Gründerzeit des Stiftes (1410) stammend, früher als Wirtschafts- und bislang als Lagerraum genutzt, ist in ihrer beeindruckenden unverputzten Erhabenheit nun barrierefrei erlebbar. Hier soll der Raum des „Guten“ entstehen, in dem unter anderem auch die Stadt Dürnstein im Modell dargestellt und dokumentiert wird.

Gerti Schopf
Die spätgotische Madonna „übersiedelt“ von der Stiftskirche in die Ausstellung.

Durch den Hof, der in Zukunft frei zugänglich sein wird, gelangt man dann in die oberen Stiftsräumlichkeiten, in die Bereiche des „Schönen“ und des „Wahren“. Die Gänge, zum Teil bislang schon als Ausstellungsfläche genutzt, werden derzeit renoviert, Abmauerungen, Nischen und Kammern werden geöffnet, wo ab Mai Kleinode des Stiftes präsentiert werden, wie beispielsweise die gotische Madonna, die derzeit relativ unbeachtet in der Stiftskirche steht, oder die Dürnsteiner Monstranz.

Ein Scan des Tabernakels (eine vergoldete Kugel, die 44 Darstellungen aus dem Leben Christus zeigt) wird aufgestellt und Globen der Erde und des Himmels gegenübergestellt. Bilder von Wachaumalern, von heutigen Aufnahmen überblendet, zeigen Dürnsteiner Ansichten. Ein Blick wird auch in den Marmorsaal auf das Deckenfresko des Kremser Schmidt gewährt, ein weiterer Blick ist in das Innere der Stiftskirche vom Mittelchor aus möglich, und natürlich wird man den blauen Turm von außen betrachten können – die Donauterrasse kann im Zuge des Ausstellungsrundgangs barrierefrei betreten werden.

Neu errichtet werden ein Außenlift neben dem Kircheneingang, ein Shop im Stiftseingang und ein WC-Bereich (nur für Besucher zugänglich). Etwa 3 Mio. Euro investiert der Eigentümer, das Stift Herzogenburg, mit Unterstützung des Landes NÖ in Renovierung und Ausstellung.