E-Autos: Anstieg um 14 Prozent im Bezirk Krems. Starker Anstieg von 308 auf 352 Fahrzeuge in nur fünf Monaten. E-Car-Sharing ebenfalls stark im Aufwind.

Von Johannes Mayerhofer und Eva Hinterer. Erstellt am 16. Juli 2019 (06:04)
Johannes Mayerhofer
„Brauchen eine E-Tankstelle für Kremser Innenstadt“: Der ehemalige Chef der Adler Apotheke, Ulf Elser, beim Aufladen seines E-Fahrzeugs vor den Mauterner Römerhallen.

„Ich würde mir einhundertprozentig wieder ein E-Auto kaufen“, garantiert Ulf Elser. Der ehemalige Chef der Adler Apotheke ist ein wahrhaft passionierter E-Autolenker.

2015 stieg er von einem fossil betriebenen KIA Sportage auf einen elektrischen KIA Soul um. Zwar kommt Elser aus Baumgarten bei Mautern, aber im gesamten Bezirk Krems gibt es immer mehr Menschen, die sich wie er für die E-Mobilität entscheiden. Eine Statistik des Landes NÖ belegt nun, dass die Zahl der zugelassenen E-Autos hier von Ende Dezember 2018 bis Anfang Juni 2019 um 14,3 Prozent von 308 auf 352 gestiegen ist.

Weitere Zahlen des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) zeigen Krems-Land auf Platz drei bei den neuzugelassenen E-Fahrzeugen des ersten Halbjahres 2019: Der Anteil liegt bei 3,7 Prozent. Platz zwei belegt der Bezirk Baden mit 4,6 Prozent, an der Spitze steht mit 6,1 Prozent Waidhofen an der Thaya. Krems-Stadt liegt mit drei Prozent nur leicht über dem Bundesdurchschnitt von 2,8 Prozent.

„Innenstadt braucht eigene E-Tankstelle“

Trotz Förderungen steigt die Zahl der E-Autos nur langsam. „Ich bin eigentlich sehr zufrieden. Auch die Reichweite des Modells ist mit deutlich über 200 Kilometern absolut ausreichend“, meint Elser. Mit dem „Spritverbrauch“ verhalte es sich wie bei fossilen Pkws: Je schneller und schwerer beladen man fährt, desto höher sei der Verbrauch. Selbiges gelte für die Temperatur.

Mit der Technologie habe es bisher wenig Probleme gegeben, berichtet Elser. Einige Nachteile gibt es dennoch: „Man muss genauer planen, wann man das Auto braucht und für welche Distanz.“ Mit der Situation der E-Tankstellen in Krems ist er nicht zufrieden: „Da fehlt ganz klar eine Ladestation in der Innenstadt!“

Wie blicken die Kremser Autohäuser auf den bescheidenen, aber beständigen E-Trend? „In Norwegen wird das viel stärker gefördert, daher sind E-Autos dort weiter verbreitet und auch vom Kaufpreis her günstiger“, berichtet Christian Gundacker vom gleichnamigen Peugeot-Autohaus. Man baue auf Modelle wie den Peugeot 208 und den Peugeot 2008 SUV.

Beim Autohaus Birngruber besteht das aktuelle E-Auto-Angebot aus dem VW E-Golf, dem Audi E-Tron und dem VW ID-Neo. Beide Autohäuser bestätigen, dass es keinerlei Beschwerden über die verkauften E-Fahrzeuge gebe. „Die Leute sind wirklich sehr zufrieden.“ Stefan Rögls per ger von Birn gruber betont, dass es wichtig sei abzuklären, zu welchen Zwecken ein Kunde das E-Auto braucht. Allerdings: „Private Kunden gibt es eher wenige. Angezogen hat die Zahl der E-Autos vor allem bei Firmenkunden.“

„E-Car-Sharing in Krems findet viel Anklang“

Die künftige Rolle der E-Mobilität sehen sowohl Händler als auch Kunden zwiegespalten. „Ich denke nicht, dass wir nur auf die E-Mobilität bauen werden können. Das fängt schon bei der Frage an, ob und wie der Strombedarf gedeckt werden kann, wenn jeder elektrisch fährt“, zeigt sich E-Autofahrer Elser skeptisch.

Röglsperger meint, an der E-Technologie führe kein Weg mehr vorbei, denn „die Autokonzerne haben schon zu viel in diesen Bereich investiert“. Gund acker kritisiert zwar die deutlich höheren Preise der E-Autos, meint aber: „Erst mit der Masse geht der Preis runter.“

Wem das zu teuer ist, der kann auf die billigere Variante, das E-Car-Sharing, umsteigen. Der 2013 gegründete Verein „Fahrvergnügen“ verfügt derzeit landesweit über 45 Fahrzeuge, davon zwei in Krems (Bahnzeile, St.-Paul-Gasse 10a) und eines in Mautern (Römerhalle).

„Wir haben vor, die Kapazitäten für Krems auszubauen. Der Anklang ist recht gut, wie auch in anderen Städten“, erklärt Vereinsobmann Matthias Zawichowski. Insgesamt gebe es 500 private und Firmenkunden. Auf „Fahrvergnügen.at“ könne man ein Auto für einen Zeitraum buchen. Gebühren (4,10 bis 6,95 Euro) werden nach Stunden berechnet, die monatlichen Grundgebühren betragen in drei Tarifen 0, 28 und 67 Euro.

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