Schulskikurse im Bezirk Krems: „Erleben wieder Aufwind“. Lehrer und Seilbahnvertreter über aktuellen Trend und Herausforderungen bei Schulskikursen. Interview Olympiasiegerin Michaela Dorfmeister will finanzielle Unterstützung bei Schulskikursen.

Von Johannes Mayerhofer. Erstellt am 14. Januar 2020 (05:29)
„Spaß im Schnee“: Rein wirtschaftlich stellten Schulskikurse laut Reichl eine Belastung für Seilbahnbetreiber dar. Jedoch seien sie wichtig, um den Kindern die Welt des Skifahrens früh zu vermitteln.
Fahrnberger

Vertritt die NÖ Seilbahnen in der Wirtschaftskammer: Michael Reichl.
Foto: Privat

Michael Reichl zeigt sich recht zufrieden. „Vor etwa zehn Jahren erlebten wir ein Abflauen beim Interesse an Schulskikursen“, erzählt der Vorsitzende der Fachvertretung der NÖ Seilbahnen in der Wirtschaftskammer. „Doch dieses Tief ist vorbei. Wir erleben in den letzten Jahren wieder Aufwind.“

Allein in der vergangenen Woche habe er rund 20 Anfragen verschiedener Unterstufenschulen gehabt. Im einzigen Skigebiet des Kremser Bezirks, dem Jauerling, sieht er „gute Auslastung“. Faktoren für die Trendentwicklung gebe es viele. Um die Attraktivität von Schulskikursen und Skitagen zu erhöhen, seien die passende Infrastruktur und angemessene Angebote von zentraler Bedeutung. „Das betrifft gesonderte Öffnungszeiten, Vorhandensein von Skizubehör und günstige Schulskitarife. Diese betragen zehn Euro am Tag.“

Begleitet seit 20 Jahren Schulskikurse: BRG-Sportlehrer Christoph Lachawitz.
Foto: BRG Krems

Ähnliche Beobachtungen zum Ski-Trend machte auch Christoph Lachawitz. Der Sport- und Geographielehrer am BRG Ringstraße Krems begleitet seit 20 Jahren Schulskikurse. „Die Preise für die Liftkarten steigen zwar jedes Jahr über der Inflationsrate, irgendwo um acht Prozent herum“, merkt Lachawitz kritisch an.

Der Zuspruch zu den Kursen sei aber hoch. „Von unseren sechs 3. Klassen haben wir sogar zwei, wo alle Schüler mitfahren“, zeigt er sich erfreut. Generell seien Skikurse von sieben auf sechs Tage gekürzt geworden, was er skeptisch betrachtet.

Dass Schulskikurse eine besondere Herausforderung für alle Beteiligten, vor allem das Lehrpersonal, darstellen, ist klar. „Als Team aus etwa gut einem Dutzend Lehrern mit einer Gruppe von 135 Schülern fortzufahren ist nicht immer ein Zuckerschlecken.“ Auf der Piste trage man als Lehrer eine besondere Verantwortung für das Wohl der Kinder, bisher kamen nur wenige Verletzungen vor. Ein bis zwei Brüche habe es über die letzten zwei Kurse gegeben, berichtet BRG-Direktor Erich Böck.

Auch die Quartiersuche sei nicht immer einfach, die „guten Häuser“ seien meist schnell voll. „Wichtig sind vor allem Nähe zur Piste und gute Infrastruktur für die Freizeitgestaltung der Schüler“, erklärt Lachawitz. Das aktuelle Quartier für die 3. Klassen sei in Wagrain. Zwischen 400 und 450 Euro kostet die Teilnahme an einem Skikurs. Finanzielle Unterstützung bei Härtefällen gibt es durch Elternvereins- und Spendengelder, die bis zu 50 Prozent der Kosten abdecken können.

Sehr positiv sieht Lachawitz die von den Seilbahnbetreibern angebotenen Schulskitage. „Wer schon einen Tag auf den Brettern war, hat einen großen Vorteil beim richtigen Skikurs.“ Hinsichtlich der Zukunft ist er zuversichtlich: „Schulskikurse wird es auch in 20 Jahren geben. Da bin ich mir sicher.“

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