Bäume rund um Stausee Ottenstein werden klimafit. Vor allem die Fichtenwälder des Waldviertels leiden am Klimawandel besonders stark. Jetzt wird der Wald rund um das Freizeitparadies Ottensteiner Stausee neu aufgeforstet. Klimafitte Bäume sollen auch künftigen Generationen frisches Grün garantieren.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 27. November 2020 (09:03)
Lokalaugenschein im Wald am Ottensteiner Stausee: Markus Reichenvater, Forstdirektor der Windhag'schen Stipendienstiftung (links), mit EVN-Sprecher Stefan Zach.
EVN/Gabriele Moser

In kaum einer Region ist der Klimawandel so sichtbar, wie in den namensgebenden Wäldern des Waldviertels. Trockenheit und Borkenkäfer haben den Wäldern in den letzten Jahren enorm zugesetzt. Vor allem die dort weit verbreiteten Fichten sind von den klimabedingten Ausfällen am stärksten betroffen.  

Vier Hektar Wald betroffen

So ist es auch rund um den Stausee Ottenstein, der neben seiner energiewirtschaftlichen Bedeutung – die EVN produziert hier ökologischen Strom für 30.000 Haushalte! – längst zu einem der beliebtesten Ausflugsziele der Region geworden ist: „Bei uns sind rund 4 Hektar Waldfläche direkt am Stausee betroffen", erklärt EVN-Sprecher Stefan Zach. ". Wir haben das Holz entnommen, bevor der Borkenkäferbefall überhandnimmt. Jener Teil, der nicht als Wertholz verwendet werden kann, wird in unserem Biomasseheizwerk in Allentsteig zu wertvoller Naturwärme."


Aufforstungskonzept erstellt

Wenngleich für eine sinnvolle Verwendung des Schadholzes gesorgt ist, wollte die EVN hier nicht stehen bleiben. Vielmehr wird rund um das beliebte Ausflugsziel wieder aufgeforstet. „Wir haben gemeinsam mit den Experten der Windhag'schen Stipendienstiftung ein Aufforstungskonzept für einen ‚Wald der Zukunft‘ entwickelt", so Zach. Dabei gehe es um Baumarten, die mit den veränderten Wetterbedingungen besser zurechtkommen. "Neben unserem konsequenten aber behutsamen Ausbau der erneuerbaren Energie ist auch das ein Beitrag dafür, dass das Waldviertel Waldviertel bleibt.“


Generationen vorausgedacht

Statt wie bisher vorwiegend Fichten sollen bald Weißtannen, Stiel- und Roteichen, Wildkirschen, Bergahorn, Lärchen und Schwarzerlen den Wald der Zukunft bilden. Daneben werden Wildäpfel und Wildbirnen den modernen Mischwald schmücken. „Beim ‚Wald der Zukunft‘ geht es nicht nur darum, Baumarten auszuwählen, die mit dem Status Quo zurechtkommen. Forstwirtschaft muss immer Generationen vorausdenken. Wir pflanzen heute die Bäume an denen sich hoffentlich unsere Enkelkinder erfreuen werden“, fasst Forstdirektor Markus Reichenvater die Philosophie der Stiftung zusammen.