"Bauen in Spitz": Die Diskussion geht weiter

Erstellt am 27. Jänner 2015 | 05:44
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Foto: NOEN, Erwin Wodicka
Rechtsanwalt Christian Hirtzberger listete Versäumnisse im Zuge der Baugenehmigung des Kalmuck-Kellers auf.

„Nach außen hin ist alles in Ordnung. Doch werfen wir einen Blick hinter die Kulissen ...“: Rechtsanwalt Christian Hirtzberger heizte im Rahmen einer von ihm selbst einberufenen Info-Veranstaltung die Diskussion um Neubauten in der Wachau weiter an.

„Anlasswidmungen sind rechtswidrig!“

Anhand des Einreichplanes und des Baugenehmigungs-Aktes „Kalmuck-Keller“ listete er Versäumnisse auf, die er dem Bürgermeister als erste Bauinstanz anlastet. Vor allem die Tatsache, dass der großvolumige Kellerbau im Norden des Ortes im Bauland-Wohngebiet stehe, was laut Bauordnung nicht rechtens sei, und die Überlegungen, nun dieses Areal umzuwidmen, prangerte er an: „Anlasswidmungen sind rechtswidrig!“ Außerdem bestehe aufgrund der geplanten Wachauzonen-Regelung derzeit überhaupt eine Bausperre, „dessen war man sich bei der Genehmigung bewusst“, so Hirtzberger. Auch die Frage „Was ist schön?“ stellte er in Zusammenhang mit dem Kellerbau: „Er verändert die Landschaft nachhaltig und nicht zum Positiven.“

Ruf nach spezieller Bauordnung

„Das ist kein Spitzer Spezifikum“, argumentierte Rechtsanwalt Gottfried Thiery – er ist beispielsweise gegen die modernen Wohnbauten in Dürnstein aufgetreten, hat Eingaben bei Verfassungs- und Verwaltungsgerichtshof gemacht. „Man lädt das Problem bei den Bürgermeistern ab, da gehört eine spezielle Bauordnung ,von oben‘ beschlossen“, sieht er das Land in der Pflicht.

Bürgermeister Andreas Nunzer weist die Vorwürfe zurück. „Landwirtschaftliche Gebäude im Wohngebiet sind rechtens“, sagt er.