Alte Schmiede in Stein: Ärger mit Baustelle. Anrainer holten sich bei Baufirma und Magistrat kalte Füße.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 10. Juli 2020 (05:40)
So geht es an manchen Tagen auf Höhe der Baustelle in der Steiner Landstraße 94 (Alte Schmiede) zu. Anrainerproteste werden von der Baufirma ignoriert.
Gerhard Spanring

Der Umbau der Alten Schmiede in Stein steht im Fokus der Kritik. Die von vielen kritisierte Zerstörung eines historischen Gebäudes durch den Einbau von Studentenwohnungen ist nur ein Aspekt. Anrainer leiden unter Verkehrsbehinderungen, Lärm und Staub.

„Seit März haben wir ständig Lastwagen vor den Fenstern“, beklagt sich eine Anrainerin. „Die Straße ist ständig blockiert.“ Ein Anrainer ärgert sich in dieser Sache über den Magistrat: „Wir haben mehrmals versucht, den zuständigen Mitarbeiter zu erreichen. Aber der war immer ,in Besprechungen‘.“

Rücksichtslosigkeiten gegenüber Anrainern

Neben den üblichen Beeinträchtigungen durch die Baustelle beklagen Nachbarn auch besonders rücksichtloses Verhalten einiger am Bauprojekt Beteiligter. „Es wurden aus dem ersten Stock Scheibtruhen mit Bauschutt auf die Straße geleert. Die Staubwolke kann man sich vorstellen“, berichtet ein Steiner. Lastautos blockierten nicht nur die Landstraße stundenlang, sie stünden auch mit laufendem Motor vor den Fenstern der Nachbarn. Eine Frau, die dies kritisierte, bekam eine rüde Antwort zu hören: „Alte, mach einfach das Fenster zu!“ Der Bauleiter der St. Pöltener Firma Jäger war für die Beschwerdeführer nicht erreichbar.

„Dass Bauarbeiten immer wieder für Beeinträchtigungen für die Nachbarn sorgen, ist unbestritten“, bedauert Hannes Zimmermann vom Magistrat Krems. Die Arbeiten seien aber ordnungsgemäß bis 30. September genehmigt. Es bestehe ein Halte- und Parkverbot wegen des Platzbedarfs für Fahrzeuge und Material. „Baustellenlärm während normaler Arbeitszeiten muss toleriert werden.“ So seien zwar grundlos laufende Motoren nicht zu tolerieren, wenn aber für die Arbeit eine Motorleistung nötig sei, müsse man auch das in Kauf nehmen.

Die NÖN versuchte auch die St. Pöltner Baufirma Jäger, deren Mitarbeiter in der Kritik stehen, zu befragen. Erfolglos. Nach mehreren Anrufversuchen teilte man uns mit, dass man zu den Problemen nichts sagen wolle.