Donau als „Klo“: Amt prüft!. Volksanwalt nimmt die Anrainerbeschwerden ernst. Grüne mit Antrag im Landtag abgeblitzt.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 14. Februar 2019 (06:45)
Symbolbild: Shutterstock/Yonutis
Verschmutztes Donauwasser im Bereich der Anlegestellen:Beschwerden ohne Konsequenzen.

Mehrfach wurde im Vorjahr die mit Tests nachgewiesene verstärkte Fäkalbelastung des Donauwassers im Bereich der Schiffsanlegestellen kritisiert. Diese hatte auch zu einem Dringlichkeitsantrag von FPÖ und Grünen in der Dezember-Sitzung des Kremser Gemeinderats geführt. Passiert ist bis dato nichts …

Berichte der NÖN und Beobachtungen Betroffener wie der Wassersportler des Steiner Ruderclubs hatten für das Thema sensibilisiert. Vom Gemeinderat bekam Stadtchef Reinhard Resch den Auftrag, Maßnahmen zu koordinieren.

Grün und Blau in Krems vereint, im Land nicht

Ein Antrag der Grünen im Landtag zur Schaffung einer ausreichenden Infrastruktur für die Müll- und Abwasserbeseitigung der Donauschiffe blieb zuletzt im Landtag ohne Erfolg.

Während im Kremser Gemeinderat Grün und Blau in dieser Sache vereint marschieren, gab es in St. Pölten keine Unterstützung der FPÖ-Fraktion. Helga Krismer: „Unser Antrag wurde von FPÖ und ÖVP abgelehnt. Damit verhindern diese beiden Fraktionen, dass die laufende Gewässerverunreinigung gestoppt und die Bundesregierung zur Verantwortung gezogen wird.“

Foto: Wilke
Volksanwalt Peter Fichtenbauer leitet ein Prüfungsverfahren in die Wege.

Jetzt kommt Unterstützung für die Bemühungen um eine bessere Wasserqualität von Seiten des Volksanwalts Peter Fichtenbauer. Er kündigt ein „amtswegiges Prüfverfahren“ an. Schon 2017, so die Volksanwaltschaft, habe eine gemeinsame Studie der Technischen Universität Wien (TU) und der Karl Landsteiner Universität (KLU) in Krems ergeben, dass primär der Mensch für Verschmutzung der Donau mit Fäkalien verantwortlich sei. Fichtenbauer: „Bürger sowie Stimmen aus der Wissenschaft haben mehrfach auf die Problematik hingewiesen. Die zuständigen Behörden sollten diese Maßnahmen ernst nehmen.“

Was schwebt dem ehemaligen FPÖ-Abgeordneten vor? „Eine Dokumentationspflicht über die korrekte Entsorgung von Abfällen sowie häufigere Kontrollen durch die zuständigen Behörden wären Schritte in die richtige Richtung.“