Grunddorf: In Feuerwehr-Kasse fehlen 130.000 Euro. Malversationen in großem Stil sind in der Feuerwehr Grunddorf aufgeflogen. Rund 130.000 Euro fehlen. Der langjährige Verwalter, der seit 30 Jahren Mitglied und seit 21 Jahren in der verantwortungsvollen Position war, steht unter Betrugsverdacht. Die Polizei ermittelt.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 06. März 2021 (11:09)

Die Angelegenheit flog am 25. Februar auf: In der Kasse der kleinen FF Grunddorf (Gemeinde Grafenegg) fehlen knapp 130.000 Euro.

Durch Mahnung flog Fall auf

Dass die Malversationen, die sich vermutlich über mehrere Jahre hinweg erstreckten, aufflogen, hängt mit dem neuen Mannschaftstransportfahrzeug der Wehr zusammen. Der Horner Ford-Händler Lehr schickte eine Mahnung an die FF, wo man der Meinung war, die Summe bereits beglichen zu haben. Fehlanzeige! Das Geld war nicht überwiesen, das Konto aber wies statt eines Standes von über 130.000 Euro nur mehr 5.000 Euro auf ...

"Sind alle getäuscht worden!"

Rasch war klar, dass der langjährige Verwalter der Wehr, im Laufe der letzten Jahre Geld veruntreut haben musste. Der neue Kommandant Hans Peter Gschossmann, der erst vor Kurzem gewählt wurde, tritt damit ein schweres Erbe an. Gegenüber der NÖN wollte er keine Stellungnahme abgeben und verwies an das Bezirkskommando. Vorgänger Manfred Felsner will auch nichts sagen, ist jedoch entsetzt: "Wir wind alle getäuscht worden!"

Kontoauszüge wurden gefälscht

Tatsächlich tauchte bei keiner der jährlichen Kassaprüfungen ein Verdacht auf. Erst im Jänner erhielt das Kommando wieder die Entlastung. Offenbar arbeitete der mutmaßliche Betrüger (46), gegen den nach seiner Selbstanzeige die polizeilichen Ermittlungen laufen, unter anderem mit gefälschten Kontoauszügen. "Kriminelle Energie" ortet FF-Pressesprecher Gernot Rohrhofer beim Täter. "Der Mann hat es geschafft, alle perfekt zu täuschen."

Wehr kooperiert mit Polizei

"Die Summen, die auf den Kontoauszügen zu sehen waren, haben mit dem vermeintlichen Vermögen der Feuerwehr, das sich aus den Büchern ergeben hat, übereingestimmt. Deswegen hat niemand Verdacht geschöpft", heißt es seitens des Pressesprechers weiter. Seitens der Feuerwehr Grunddorf sind alle Unterlagen, die zur Aufklärung beitragen können, der Polizei übergeben worden.