Arbeiterkammer holte fast drei Millionen zurück. Bezirk Krems: Vertretungsfälle im Sozialrecht nehmen zu. Jeder vierte Arbeitnehmer benötigt Hilfe seiner Kammer. Fälle immer öfter strittig.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 25. Februar 2020 (03:43)
Präsentierten stolz die Erfolgsbilanz der Arbeiterkammer für den Bereich Krems: Bezirksstellenleiterin Doris Schartner, AKNÖ-Vizepräsident Michael Fiala und Arbeiterkammerrätin Angela Fischer (von links).
Kalchhauser

7.927 Beratungsleistungen erbrachte die Bezirksstelle Krems der Arbeiterkammer NÖ im Jahr 2019 für ihre Mitglieder. Für sie erstritt die Standesvertretung – zum Teil vor Gericht – 2.852.827 Euro.

Die Zahlen bezeichnete AKNÖ-Vizepräsident Michael Fiala bei der Präsentation als eine „mit Schatten behaftete Erfolgszahl. Denn trotzdem ist nicht alles an Ungerechtigkeiten beseitigt. Jedes vierte Mitglied kontaktiert einmal im Jahr die Kammer.“ Er betonte aber auch die meist gute Kooperation mit der Wirtschaftskammer (etwa bei Lehrlingsprojekten). Zugleich gibt es laut Fiala ein „weniger rasches Einlenken“ der Arbeitgeber bei Problemen. „Manche wollen es halt vom Gericht entschieden haben.“

AK-Rätin Angela Fischer bezeichnete die Anhebung der Kündigungsfrist auf sechs Wochen, die 2021 Rechtskraft erlangen wird, als Erfolg. Zugleich appellierte sie an von Konkursen betroffene Menschen, sich rasch zu melden. „Denn da sind bei der Anmeldung von Forderungen oft die Fristen sehr knapp, und es geht um viel Geld!“

Bezirksstellenleiterin Doris Schartner wies darauf hin, dass es eine starke Steigerung bei den Arbeitsrechts-Akten gebe. Von 2018 auf 2019 seien diese um zehn Prozent auf zuletzt 230 gestiegen. „Unser Sozialrechts-Spezialist berichtet auch, dass die Ablehnungen der Sozialversicherung bei Anträgen auf die Schwerarbeiter-Pensionen steigen. „Auch da müssen wir vermehrt Arbeitnehmer vertreten.“