Ende der Fastenzeit: Enthaltsam sein fällt oft schwer. Pfarrer sehen einen Trend zum Fasten und erklären, was es für sie bedeutet. Ende der Fastenzeit Die NÖN fragte bekannte Bürger aus Stadt und Bezirk Krems nach ihrem persönlichen Programm vor Ostern.

Von Petra Vock. Erstellt am 16. April 2019 (05:33)

Aus religiösen Gründen gefastet wird bei den von der NÖN kontaktierten Prominenten im Bezirk Krems kaum. Die Gelegenheit, durch das Weglassen von Alkohol, Fleisch oder Zucker ein paar Kilo abzuspecken, wird aber doch gern genutzt.

„Drei Kilo habe ich in drei Wochen geschafft“

„Die paar Kilogramm an Gewicht, die ich in den vergangenen Monaten zugenommen habe, will ich in dieser Zeit wieder loswerden“, erklärt der Langenloiser Stadtchef Harald Leopold, warum er in den vergangenen Wochen auf das sogenannte „Intervallfasten“ gesetzt hat. Spätestens um 14 Uhr gibt es jeweils die letzte feste Nahrung. Dann wird 16 Stunden pausiert.

Am Anfang sei das schwer gewesen, auch weil er gern esse. „Aber drei Kilo habe ich in drei Wochen geschafft.“ Auf der Bremse steht der Weinstadt-Bürgermeister auch beim Alkohol, gesteht aber: „Ganz ohne geht es nicht. Aber es gibt viele Abende, an denen ich nur Wasser trinke. Und das wird auch akzeptiert.“

Schon vor der Fastenzeit etwas geändert hat Bezirkshauptfrau Elfriede Mayrhofer ihre Gewohnheiten. „Ich trinke weniger Alkohol, habe aber auch die Ernährung umgestellt und lebe bewusster.“

„Keinen Alkohol zu trinken“ bemüht sich Wirtschaftskammer-Obmann Thomas Hagmann. „Das geht halt leider nicht immer“, bedauert er. Die Fastenzeit hat für den praktizierenden Katholiken aber auch eine besondere Bedeutung. „Das ist so eine besinnliche Zeit wie der Advent – nur mit weniger Hektik.“

Bewusster Verzicht auf einige Sachen ist Hagmann wichtig – daher hat er auch als Konditor Verständnis, dass manche Menschen in dieser Zeit weitgehend auf Zucker verzichten. Das sei im Geschäft durchaus spürbar. „Es gibt vor allen etwas weniger Zuspruch zu ganz süßen Sachen wie Torten“, berichtet er aus der Praxis. Dafür kann er sich schon auf typische Oster-Köstlichkeiten wie die Osterpinzen freuen.

„Es gibt vor allem weniger Zuspruch für ganz süße Sachen wie etwa Torten.“Wirtschaftskammerobmann und Konditor Thomas Hagmann

Parallel zu einem gewissen Verzicht sei auch die Zeit gekommen, sich wieder mehr draußen zu bewegen. „Das ist aber frühlingsbedingt, weil man jetzt wieder Sport im Freien machen und etwas für den Körper tun kann.“

Zwei Tage pro Woche hart zu fasten, hat Immobilien-Entwickler Othmar Seidl heuer geschafft. „Für 2020 habe ich mir aber fest vorgenommen, die ganze Fastenzeit über keinen Alkohol zu trinken“, ist der Hofbräu-Chef entschlossen, künftig noch mehr zu tun. Eine solche Phase einzulegen, ist sicher nicht schlecht, und wenn man darauf hinweist, wird das in dieser Zeit vom Gegenüber auch besonders leicht akzeptiert.“

Unter den heimischen Sportlern ist Fasten nicht sonderlich beliebt. Einer, der sich dann aber doch überwinden konnte, ist Dominik Mahr, Reservekicker beim USV Langenlois. Der 27-Jährige verzichtet auf Fleisch, Weißgebäck und Süßigkeiten. Beim Sport fühle er sich dadurch nicht schwächer. „Mit einer ausgewogenen Ernährung geht es.“

Fasten bei den „Profis“ kann man übrigens im Rahmen der Fasten-Exerzitien im Stift Göttweig. „Die Nachfrage ist sehr stark“, sagt Pressesprecherin Eveline Gruber.

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