Feuerwehren: 1.122 Stunden im Schnee-Einsatz. FF-Kameraden halfen in Annaberg und am Hochkar. Häuser freigeschaufelt, Straße befahrbar gemacht.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 20. Januar 2019 (13:15)

Helfer der Feuerwehren im Bezirk Krems leisteten bei den Schnee-Einsätzen der vergangenen Woche im niederösterreichischen Voralpengebiet gut Arbeit. 65 Frauen und Männer waren insgesamt 1.122 Stunden in Annaberg und am Hochkar im Einsatz.

Helfer aus Raum Gföhl in Annaberg

Ein Katastrophenhilfsdienst-Zug ging am 12. Jänner für einen Tag in den Einsatz. Angefordert wurde die KHD-Bereitschaft aus dem Abschnitt Gföhl, welche mit 63 Mitgliedern und 13 Fahrzeugen im Katastrophengebiet Annaberg im Einsatz stand. Unterstützt wurden die Kräfte von je einem Wechselladefahrzeug mit Kran der FF Langenlois und Mautern sowie einem Telelader aus Krems.

Bewohner mit Lebensmitteln versorgt

Die Hausdächer im zugewiesenen Gebiet waren massiv mit Schnee bedeckt, wodurch auf die Konstruktionen enorme Kräfte wirkten. Um die Dächer zu entlasten, wurden diese freigeschaufelt. Gegen 4.30 Uhr morgens machte sich der Zug auf den Weg ins Katastrophengebiet, welches nur mit Schneeketten zu erreichen war. Insgesamt befreite man 14 Objekte von den Schneemassen und führte eine Lebensmittelversorgung für die Bewohner eines abgelegenen, eingeschneiten Hauses durch. Der Einsatz dauerte bis zum Einbruch der Dunkelheit an.

Spitzer Unimog am Hochkar eingesetzt

Der Unimog 5000 der FF Spitz wurde ebenfalls zum Einsatz im Katastrophengebiet angefordert. Gemeinsam mit vier weiteren solchen Allzweck-Fahrzeugen aus NÖ begannen die Arbeiten am 13. Jänner im Bereich Hochkar. Hier musste aufgrund der ergiebigen Schneefälle zuerst die Hochkar-Alpenstraße befahrbar gemacht werden. Besonders fordernd für die Mitglieder waren eisige Temperaturen sowie der Wind, welcher mit bis zu 80 km/h wehte.

Helfer waren in „Schneehölle“ gefangen

Anfangs war der Einsatz des Spitzer Unimogs lediglich für zwei Tage voravisiert. Durch Lawinenabgänge wurde jedoch die Zufahrt zum Einsatzgebiet abgeschnitten, wodurch die eingesetzte Mannschaft das Hochkar nicht verlassen konnte. Der Einsatz war deshalb schließlich erst am 18. Jänner beendet.

„Dankbarkeit der Menschen allgegenwärtig“

Voll des Lobes für die eingesetzten Kräfte ist Bezirksfeuerwehrkommandant Martin Boyer, der sich selbst an Ort und Stelle ein Bild machte.

Martin Kalchhauser
Bezirksfeuerwehrkommandant Martin Boyer: „Dankbarkeit der Bevölkerung ist ,Lohn‘ für die ehrenamtlichen Feuerwehrhelfer.“ Foto: Martin Kalchhauser

„Die Dankbarkeit für die rasche Hilfe seitens der Feuerwehr war allgegenwärtig“, berichtet Boyer im NÖN-Gespräch. „Diese Dankbarkeit ist der ,Lohn‘ für die eingesetzten Kameraden, die für den Einsatz ihre Freizeit opfern. Auch wenn schwierige Aufgaben zu erledigen waren, hielt die top motivierte Mannschaft zusammen.“

Hohe Motivation und gute Ausrüstung wichtig

Auch für eine Ablöse der Teams, so Boyer, sei vorgesorgt gewesen. Wegen der Wetterbesserung sei aber die Entsendung weiterer Kräfte nicht mehr notwendig gewesen. Wesentlich bei solch fordernden Einsätzen sei die gute Ausbildung der eingesetzten Kameraden sowie das nötige technische Gerät, um alle geforderten Aufgaben abarbeiten zu können. Boyer: „Mit der professionellen Arbeit im Schnee-Einsatz hat die Feuerwehr einmal mehr ihre Schlagkraft unter Beweis gestellt.“