Notre Dame-Brand in Paris erinnert Göttweig an 1718. Zahlreiche Vorkehrungen werden im Stift getroffen, um einen Brand zu verhindern.

Von Isabel Schmidt. Erstellt am 25. April 2019 (04:06)
Maximilian Krenn
Abt Columban Luser (rechts) mit Zelek Miroslaw und Wiciak Grzegorz der Zimmerei und Dachdeckerei Hintenberger am Göttweiger Dachstuhl während der mittlerweile abgeschlossenen Sanierungsarbeiten. Aufgrund des Risikos bei den Arbeiten am historischen Gebäude galten sechs Jahre lang besondere Sicherheitsstandards im Stift.

Anlässlich des Brandes der Pariser Kathedrale Notre-Dame erinnert sich das Stift Göttweig zurück an die Brandkatastrophe von 1718. „Dass so etwas auch im Stift Göttweig vorstellbar ist, hat uns die Geschichte bereits gezeigt“, sagt Abt Columban Luser über den Brand, der damals große Teile des früheren Klosters zerstörte.

180 Einsatzkräfte 2017 bei letzter Übung dabei

„Es gibt mehrere Möglichkeiten, um solchen Situationen vorzubeugen, keine davon kann aber einen Ernstfall hundertprozentig ausschließen“, meint der Abt. Um einen Brand zu verhindern und damit wichtige Kulturgüter zu schützen, unternimmt das Stift Göttweig zahlreiche Maßnahmen.

Regelmäßig finden Brandschutzübungen statt, Steigleitungen wurden angebracht, Brandschutzbegehungen werden durchgeführt und auch die Mitarbeiter sind für einen Ernstfall geschult. „Die für uns zuständige Feuerwehr Steinaweg übt jährlich bei uns im Stift. Sie kennen die Räumlichkeiten genau und das ist wichtig und wertvoll“, erklärt der Abt.

Besondere Vorsicht und Sicherheitsvorkehrungen galten im Stift Göttweig auch während der sechsjährigen Dachsanierungsarbeiten. Schweißarbeiten am Dach wurden beispielsweise im Beisein von Feuerwachen durchgeführt und von diesen immer wieder kontrolliert.

Die letzte große Brandschutzübung fand im Stift Göttweig im Jahr 2017 statt. Rund 180 Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Roten Kreuzes und des Bundesheeres probten für den Fall eines Feuers. Dabei mussten Personen geborgen und kulturelle Schätze gerettet werden. „Bei unseren Kulturgütern, wie beispielsweise dem Altmannistab aus dem 12. Jahrhundert oder den diversen Handschriften, geht es mehr um den ideellen als um den tatsächlichen materiellen Wert. Das sind die wertvollsten Schätze, die wir haben, sie sind nicht ersetzbar“, so Abt Columban Luser.