Riesige Schottergrube bei Kamp geplant!. Um das geplante Monster-Projekt eventuell noch verhindern zu können, gibt es nun eine Unterschriften-Aktion.

Von Christian Leneis. Erstellt am 22. Februar 2019 (05:12)
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Für Aufregung sorgt in Kamp ein Projekt, das insgesamt 41 Hektar Agrarfläche in eine Monster-Schottergrube umwandeln soll. Für Schotter, dessen Qualität nach Informationen von Fachleuten fraglich sein soll. Die Bevölkerung hat massive Bedenken und hat auch schon die Volksanwaltschaft eingeschaltet.

Eigentlich sind es ja zwei Schotterteiche, die im Bereich südlich von Kamp (Riede Kothaufen, Marktgemeinde Graf en egg) in Richtung Jettsdorf (Marktgemeinde Grafenwörth) entstehen sollen: ein riesiger Teich mit einer Größe von 31 Hektar, der nur rund 200 Meter vom Ortsende Kamp und rund 100 Meter vom „Kurhof Kamp“ entfernt sein wird, und ein kleinerer Teich mit etwa 10 Hektar Größe, der allerdings bereits mehrere hundert Meter von besiedeltem Gebiet entfernt entstehen soll.

Die Anrainer stehen dem Projekt mehr als skeptisch gegenüber. So hat Christian Tucheslau, Sprecher der Bürgerinitiative, gleich mehrere Bedenken. „Wir sehen alleine beim Grundwasser große Gefahren!“, macht er seinem Ärger Luft. Eine Absenkung des Grundwasserspiegels mit Auswirkungen auf Hausbrunnen und Wärmepumpen sei ein Punkt. Die Auswirkungen für die Landwirtschaft seien hier nicht abzusehen. Ein weiterer Punkt sei das Freilegen des Grundwasserspiegels („Wasser ist ein immer rareres Element unserer Zeit.“).

"Lebensqualität der Anrainer wird sinken!"

Probleme sehen die Anrainer auch in der Belastung ihrer Lebensqualität: Weil eine Arbeitszeit von 6 bis 22 Uhr vorgesehen ist, werde es vor allem zu einer Dauerlärmbelästigung in der Abendzeit kommen und die Scheinwerfer des Eimerschaufelbaggers würden auch weithin sichtbar sein. Und nicht zuletzt fürchten sie eine enorme Staubbelastung zumindest in der Anfangsbauphase, wenn das Erdreich abgetragen wird.

Die Mitglieder der Bürgerinitiative haben noch weitere Gegenargumente auf Lager: Was passiert bei eventuellen Hochwässern? Ein „Badewanneneffekt“ sei hier nicht auszuschließen. Die geplante Schottergrube grenze direkt an ein Naturschutzgebiet und es fallen über 40 Hektar Agrarfläche einfach weg. Nicht zu vergessen ist außerdem die Wertminderung der angrenzenden Wohnhäuser und Baugründe. Die Lebensqualität wird durch die Sichteinschränkung durch einen fünf Meter hohen Erdwall ebenfalls eingeschränkt und das Landschaftsbild wird gestört. Derzeit sind die Aktivisten jedenfalls fleißig unterwegs: Sie haben schon über 200 Unterschriften gegen das Projekt gesammelt und sich auch bereits an Volksanwältin Gertrude Brinek gewandt.

Grafeneggs Bürgermeister Anton Pfeifer: „Das Projekt ist erst in der Planungs- und Entwicklungsphase, und es werden noch viele Hürden zu nehmen sein – unter anderem eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Die Anlage wird komplett elektrisch betrieben. Eine Lärmbelästigung kann ich mir dabei kaum vorstellen!“ Man könne, so Pfeifer weiter, auch keinem Grundbesitzer vorschreiben, was er mit seinem Grund unternehme.