Patient tot: Kremser Klinikum hat „weiße Weste“. Hadersdorferin glaubt, dass ihr Bruder an Folgen eines Behandlungsfehlers im Kremser Spital gestorben ist.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 26. Juni 2019 (06:17)
NÖN-Archiv
Das Universitätsklinikum Krems trifft laut Patientenanwaltschaft kein Verschulden am Tod des Patienten: „Es gibt keine Anhaltspunkte, mit denen wir uns an die Haftpflichtversicherung wenden könnten.“

Der früher in Schiltern wohnhaft gewesene Anton Focke starb am 4. Dezember 2018 im Pflegeheim Grafenwörth. Im Zusammenhang mit seinem Tod erhebt seine Schwester Angela Antl Vorwürfe gegen das Universitätsklinikum Krems – laut Patientenanwalt jedoch zu Unrecht.

Arge Schmerzen nach Kontrolle in Krems

Der Mann, der sich 2017 einer Herzoperation in Linz unterziehen hatte müssen, lebte danach ohne gröbere Probleme alleine in seinem Haus in Schiltern. Am 30. Juli 2018 musste er zur Kontrolle ins Kremser Uniklinikum, wo zwei Ärztinnen eine Herzkatheteruntersuchung an ihm vornahmen.

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Anton Focke (63) starb im Dezember 2018 – seine Schwester glaubt aufgrund eines Behandlungsfehlers.

In der Folge litt der Mann an argen Schmerzen und wurde nach seiner auf eigenen Wunsch erfolgten Überstellung in Horn weiter behandelt. Dort erfuhr Antl sinngemäß, dass man ihrem Bruder „hier nicht mehr helfen“ könne. Er kam als Pflegefall mit August 2018 ins Heim nach Grafenwörth. Dieses sollte er nicht mehr verlassen, denn im Dezember starb er in dieser Einrichtung.

Antl, die noch zu Lebzeiten die Patientenanwaltschaft mit ihrem Verdacht konfrontierte, glaubt, dass die Untersuchung im Klinikum Krems der Beginn des Martyriums ihres Bruders Anton gewesen ist.

Keine Anhaltspunkte für Behandlungsfehler

Patientenanwalt Gerald Bachinger bestätigt Erhebungen, sieht den Fall aber als abgeschlossen. „Wir haben alles geprüft und auch eine Stellungnahme des Krankenhauses angefordert. Es liegt kein Behandlungsfehler vor.“ Im Februar habe es eine abschließende Besprechung mit dem Sohn des Verstorbenen gegeben. „Wir haben keine Anhaltspunkte, mit denen wir uns an die Haftpflichtversicherung wenden könnten.“

Weitere Untersuchungen sind, so die verzweifelte Schwester, nicht möglich. Denn der Leichnam des Mannes wurde einer Feuerbestattung zugeführt.