Duell mit St. Pölten

Erstellt am 26. Mai 2013 | 17:36
Lesezeit: 3 Min
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Web-Artikel 213435
Foto: NOEN
Krems punktet mit dem Ambiente: Stadtpark statt Asphalt.
Von Karl Pröglhöf

KREMS | Gestern, Sonntag, ist das Volksfest in St. Pölten mit  geschätzten 150.000 bis 200.000 Besuchern zu Ende gegangen. War das für heuer schon die größte Vergnügungsveranstaltung des Landes? Oder kann das Wachauer Volksfest Ende August/Anfang September diesen Event noch toppen? Beide Veranstalter nehmen für sich in  Anspruch, das größte Fest des Landes zu sein.

Die NÖN dazu im Gespräch mit Erwin Goldfuß und Claudia Altrichter, beide Geschäftsführer der Agentur Krems, die das Wachauer Volksfest organisiert.

NÖN: Hat die Landeshauptstadt beim Volksfest Krems den Rang abgelaufen?

Goldfuß: Da es beim St. Pöltner Volksfest mangels Eingangskontrolle keine validen Besucherzahlen gibt, möchte ich diese nicht kommentieren. Wir gehen davon aus, dass das Wachauer Volksfest weiterhin unbestritten das größte und besucherstärkste Niederösterreichs ist und bleibt. Das bestätigen so auch diverse Anbieter, die in beiden Städten vertreten sind.

Altrichter: Von der Zahl der Anbieter bei den Fahrgeschäften und in der Gastronomie hat Krems sicher die Nase vorne. Es kommt aber immer darauf an, wie man rechnet. Für die Besucher entscheidet die Qualität des Angebots – und die ist beim Wachauer Volksfest deutlich höher angesiedelt. Punkte Flair und Ambiente liegen wir ohnehin 100:1 vorne.

Die Veranstalter in St. Pölten verlangen keinen Eintritt. In Krems kostet die Dauerkarte im Vorverkauf heuer 17 Euro, die Tageskarte 6 Euro und die Abendkarte 4 Euro. Wie ist das zu erklären?

Goldfuß: Diese Frage taucht immer wieder auf. Die Location Stadtpark und die massiven Verkehrsmaßnahmen im Herzen der Stadt verursachen einfach Kosten im sechsstelligen Bereich, die bei der Ausrichtung des Festes auf einem asphaltierten Platz nicht anfallen. Das entspricht etwa der Hälfte der Gesamtkosten, die über die Standgebühren nicht finanzierbar sind. Der Eintritt wird von den Anbietern mittlerweile gewollt.

Altrichter: Der Park muss aufwändig vorbereitet und danach wieder saniert werden. Die behördlichen Auflagen von der Umzäunung bis zur 24-Stunden-Bewachung verursachen ebenso Kosten wie die „Miete“ der Ringstraße von der Bundesstraßenverwaltung.

Goldfuß: In St. Pölten fallen einerseits geringere Kosten an, zudem unterstützt die Stadt das Fest direkt und indirekt massiv, etwa mit Kostenzuschüssen für das Rahmenprogramm, Werbemaßnahmen und geldwerten Leistungen wie Arbeiten des Bauhofs. Die deutlich späteren Sperrstunden ermöglichen zudem nächstens höhere Umsätze.
Die Unterstützung der Stadt Krems ist wertvoll, aber eher ideeller Natur. Wir sind aber froh, dass mit Reinhard Resch nun wieder ein Bürgermeister an der Stadtspitze steht, der den Stellenwert des Wachauer Volksfestes nicht nur erkennt, sondern auch hoch einschätzt. Die Zusammenarbeit wird in allen Ebenen intensiviert werden.

Was wird es heuer vom 23. August bis 1. September Neues beim Wachauer Volksfest geben?

Goldfuß: Die Erstellung des Programmes ist gerade in der Endphase. Wir arbeiten auch an einer Kooperation mit der Starnacht in der Wachau. Diesbezüglich sollte in wenigen Wochen Klarheit herrschen.

Altrichter: Im Bereich der Österreich-Hallen und dem angrenzenden Freigelände findet vom 29. August bis 1. September parallel zum Volksfest die Hausbaumesse statt. Das Eintrittsticket gilt dann für beide Events.