Krems

Erstellt am 17. Juli 2018, 05:18

von Martin Kalchhauser

Krems: Rätsel um Tod von Melker Patientin (75). Untersuchungen sollen dramatische Krankheitsentwicklung im Universitätsklinikum Krems klären.

Auch die Betreuung auf der Intensivstation konnte der Melker Patientin im Universitätsklinikum Krems nicht mehr helfen. Die Staatsanwaltschaft Krems hat Untersuchungen angeordnet.  |  NOEN

Dramatisch – und letztlich letal – entwickelte sich der Krankheitsverlauf einer Melker Patientin (75) im Kremser Universitätsklinikum. Nun ist die Staatsanwaltschaft am Zug, um die Details des Todesfalles zu klären und zu ermitteln, ob ein ärztlicher Kunstfehler vorliegt.

Staatsanwaltschaft hat Untersuchungen angeordnet

Mit erhöhten Entzündungswerten kam die an einem Blasenkrebs laborierende Frau am 24. Juni ins Kremser Spital. Unter anderem wurden Steine im Gallengang festgestellt. Einen Tag später wurde die Frau operiert, einen weiteren Tag später gingen die Entzündungswerte dramatisch nach oben. Sie musste auf die Intensivstation verlegt werden. Am 2. Juli gab es dort weitere Komplikationen, eine akut angeordnete Computertomographie brachte jedoch keine hilfreichen Erkenntnisse.

Dramatisch spitzte sich die Lage schließlich am 3. Juli zu. Die Patientin brauchte Blutkonserven und musste letztlich reanimiert werden. Bei einer Notoperation kam es zu einem weiteren Herz-Kreislaufstillstand, ehe zu Mittag die Lebensfunktionen endgültig versagten und die 75-Jährige verstarb.

Neben anderen möglichen Fehlern bei der Behandlung besteht der Verdacht, dass bei der Drainage ein Gefäß des Körpers beschädigt worden sein könnte, was letztlich zu den Komplikationen und zum Tod geführt hat. Die Staatsanwaltschaft hat Untersuchungen angeordnet.

Die Kremser NÖN ersuchte das Kremser Spital bzw. die NÖ Krankenanstalten-Holding um eine Darstellung des Falles der verstorbenen Patientin aus Melk. In einer von Klinikum-Sprecherin Sonja Möseler übermittelten Stellungnahme heißt es: „Wir bedauern den Verlust für die Familie natürlich sehr. Da der Fall an die Staatsanwaltschaft gemeldet wurde, bitten wir aber um Verständnis, dass wir derzeit keine Informationen dazu geben können.“