Wer kann helfen? Rettung für die Steiner Pfarrkirche. In Stein fließen ab Mai 180.000 Euro in Sanierung der „Alten Sakristei“ und die Restaurierung wertvoller Gemälde.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 20. April 2019 (07:10)
Martin Kalchhauser
Pfarrer Matthias Martin, Pastoralassistentin Alexandra Lindner, Pfarrgemeinderat Werner Friedl und Diözesankonservator Wolfgang Huber (von links) in der alten Sakristei, wo auch zwei historische Kruzifixe auf ihre Rettung warten.

Martin Kalchhauser
Das ehemalige Hochaltarbild der Steiner Pfarrkirche, das den heiligen Nikolaus zeigt und von Martin Johann Schmidt gemalt wurde, bedarf einer dringenden Restaurierung.

180.000 Euro werden für die dritte Etappe der Restaurierung der Pfarrkirche St. Nikolaus in Stein nötig sein. Knapp ein Drittel muss die Pfarre, die nur rund 1.100 Gläubige zählt, selbst aufbringen.

Nach der Renovierung der sogenannten Gebäudeschale und der wertvollen barocken Kirchenbänke gilt das Augenmerk nun drei Vorhaben.

Stuckdecke und Bilder brauchen Restaurierung

  • Die „Alte Sakristei“, ein Juwel mit einer Stuckdecke des Meisters Johann Michael Flor aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, bedarf einer umfassenden fachgerechten Sanierung. Mehrere Übermalungen sind zu entfernen, die von Feuchtigkeit geschädigten Wände neu zu verputzen. Auch zwei Vortragskreuze – eines aus dem Barock, eines aus der Spätgotik – harren hier ihrer Rettung.
  • Wertvolle Gemälde wie das ehemalige Hochaltarbild, ein rund 12 Quadratmeter (!) großes Exemplar, das Martin Johann Schmidt gemalt hat und das den Kirchenpatron, den heiligen Nikolaus, zeigt, sind in einem erbärmlichen Zustand. Auch hier werden große und vor allem kostenintensive Anstrengungen nötig sein, diese Kostbarkeiten zu retten.
  • In der neuen Sakristei (die auch als solche in Verwendung steht) gibt es zwei wunderschöne, barocke Schränke, die hergerichtet werden müssen. Außerdem ist der Holzboden unter diesen beiden riesigen Möbelstücken desolat und muss erneuert werden.

„Wir wollen die dritte Etappe der Kirchenrenovierung noch im Mai in Angriff nehmen“, gibt Pfarrgemeinderat Werner Friedl, einer der wichtigsten Mitstreiter im Team um Pfarrer Matthias Martin und Pastoralassistentin Alexandra Lindner, die Richtung vor. „Die Arbeiten sollen noch dieses Jahr abgeschlossen werden.“

Lob hat er für Stadt und Diözese parat. Beide würden die Initiative großzügig finanziell unterstützen. Weil die vergangenen Arbeiten unerwartet hohe Mittel verbraucht haben, muss die Nikolaus-Pfarre selbst Kosten von rund 60.000 Euro stemmen.

Die Öffentlichkeit will die Pfarre im Rahmen eines Tages der offenen Tür am Sonntag, 19. Mai, über ihre Vorhaben an Ort und Stelle informieren. Ein Konzert am selben Tag soll viele Gäste in die Kirche bringen.