Zellanalyse: Rotes Kreuz Krems überrumpelt. Wienerin rief zu Untersuchungen in Bezirksstelle auf. Dort wusste man nichts davon.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 06. Oktober 2019 (07:00)
Martin Kalchhauser
Das Rote Kreuz distanziert sich von dem Facebook-Aufruf zu Zellanalysen in der Kremser Bezirksstelle.

Die Mitarbeiter des Roten Kreuzes staunten nicht schlecht, als vor wenigen Tagen eine Frau in der Bezirksstelle stand und behauptete, einen Raum für Zellanalysen reserviert zu haben. Mit dabei hatte die Geschäftsführerin einer Wiener Firma auch gleich mehrere Teilnehmer. Die wurden dann aber enttäuscht. „Ein Kollege hat ihr mitgeteilt, dass sie keinen Platz hat. Sie hatte auch keine Reservierungsbestätigung dabei“, sagt Bezirksstellengeschäftsführer Manfred Türk.

F: Kalchhauser
Bezirksstellengeschäftsführer Manfred Türk: „Ich war ganz erstaunt.“

Schon habe ein Interessent beim Roten Kreuz angefragt, was es mit der Zellanalyse auf sich hat. „Ein anderer wollte wissen, wie er sich anmelden kann. Ich war ganz erstaunt, weil ich überhaupt nichts davon wusste.“ Es stellte sich heraus, dass die Dame in verschiedenen Facebook-Gruppen zu den Untersuchungen in der Rot-Kreuz-Bezirksstelle aufgerufen hatte. 45 Euro sollten Teilnehmer dafür zahlen, um herauszufinden, woher ihre Müdigkeit, Schlafstörungen oder Gewichtsprobleme rühren. Interessant: Exakt denselben Text postete die Frau auch in Facebook-Gruppen mit anderem örtlichem Schwerpunkt. Dort führte sie aber zum Teil nur 35 Euro als Preis der Dienstleistung an.

Das Rote Kreuz in Krems distanzierte sich mittlerweile auch via Facebook von dem Angebot. „Wir haben der Dame gesagt, sie soll das unterlassen. Wenn es nicht passiert, werden wir Anzeige erstatten“, sagt Türk.

Die NÖN erreichte die Frau für eine Stellungnahme nicht. In Medizinerkreisen sind Zellanalysen umstritten. Die Meinungen reichen von „unseriösen Angeboten“ bis hin zu „Scharlatanerie“.