Krems: Kontakt zu Attentäter im Internet gesucht?

Erstellt am 25. Juni 2021 | 06:57
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Seine Reden können auch im Internet verfolgt werden
Symbolbild
Foto: APA (Symbolbild/dpa)
Aus „Neugierde“ wollte 24-Jähriger Infos zu Attentäter aus Neuseeland, der 51 Todesopfer zu verantworten hat, gesucht haben.

Er habe keine nationalsozialistische Gesinnung und sei auch nicht islamfeindlich, beteuerte der 24-jährige Angestellte aus der Gemeinde Bergern vor Gericht. Auf die Frage der Richterin, warum er dann auf einschlägige Internetforen zugreife und eindeutig rechtsradikale und menschenfeindliche Kommentare poste, erklärte der Angeklagte mit „Neugierde“.

"Gedanken sind ja frei"

Er habe diverse Fragen beantwortet haben wollen und gemeint, es stehe ja jedem frei, ob, und mit wem, man ein Kind zeugen wolle und: „Gedanken sind ja frei.“ „Ja, Gedanken sind frei, diese Gedanken aber bedenklich“, kommentierte die Richterin und brachte die Sprache auf die Kontaktsuche des Mannes zu Brenton Tarrant, der im März 2019 in Christchurch in Neuseeland ein Attentat verübt hat, bei dem in zwei Moscheen insgesamt 51 Menschen getötet wurden.

Er habe gutheißende Beiträge verfasst und an öffentlichen Orten (unter anderem Bushaltestellen) Aufkleber mit QR-Codes angebracht, die über Einscannen und Auslesen zu einem Link zum „Manifest“ des Brenton Tarrant mit Nazi-Symbolen führte, erläuterte die Staatsanwältin die Anklage wegen Verbrechens nach dem Verbotsgesetz und der Gutheißung terroristischer Straftaten.

Nach einem umfangreichen Beweisverfahren wurde der bislang unbescholtene Angestellte für schuldig befunden und anklagekonform zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 22 Monaten verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.