Jobloser lebte zehn Jahre vom Geld der Feuerwehr

Kassier der Feuerwehr Grunddorf veruntreute 129.000 Euro. Es setzte 16 Monate bedingt und 1.800 Euro Geldstrafe.

Erstellt am 16. November 2021 | 16:24
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In Grunddorf (im Bild das FF-Haus) war das Entsetzen groß, als im März aufflog, dass sich der langjährige Verwalter am Geld der Feuerwehr vergriffen hatte. Nun wurde er im Kremser Landesgericht verurteilt.
Foto: Martin Kalchhauser

Nach der Matura fand er keine Arbeit, ein Studium brach er ab, lebte von Gelegenheitsjobs: Der heute 46-Jährige fand erst bei der Feuerwehr in seinem Wohnort eine sinnvolle Aufgabe. Der Verkauf des alten und der Ankauf eines neuen FF-Autos entlarvten ihn. Als Kassier hatte er Einnahmen von Festen eingesteckt, Sparbücher der Feuerwehr geplündert und die Buchhaltung manipuliert. Zehn Jahre lebte der Arbeitslose vom Geld der Wehr. Schaden: 129.699 Euro.

„Die Feuerwehr wäre ohne Einsatzfahrzeug dagestanden, wäre nicht ein Kamerad mit einem Privatdarlehen in die Bresche gesprungen. Nur weil Sie Ihr Leben nicht auf die Reihe bekommen haben! Sind Sie nie auf die Idee gekommen, mit Arbeit Ihren Lebensunterhalt zu verdienen? Sie sind kein junger Bub mehr“, fand die Richterin deutliche Worte.

„Es tut mir unendlich leid“, erklärte der Mann, er gehe jetzt arbeiten und komme für den Schaden auf. Für die Veruntreuung setzte es 16 Monate auf Bewährung und eine Geldstrafe von 1.800 Euro. Weiters muss er Schadenersatz zahlen.