Langenlois

Erstellt am 09. Februar 2019, 05:49

von Gertrude Schopf

Langenloiser Rudolfstraße: Bewohner schon ausgesiedelt. Zwei Häuser in der Rudolfstraße werden geschleift. Fast alle Mieter sind draußen.

Josefa Ulrich und Erwin Zechmeister beim Übersiedeln: Die beiden Gemeindehäuser in der Rudolfstraße (im Hintergrund) werden nicht mehr renoviert, sondern abgerissen (ein Zeitpunkt steht noch nicht fest).  |  Johann Lechner

Die Stadtgemeinde als Immobilien-Besitzer: Insgesamt sind es derzeit 20 Wohn- und Geschäftshäuser, die meisten davon in der Stadt selbst, die der Gemeinde gehören. Und von der Gedesag verwaltet werden. Darunter beispielsweise die „Aublöcke“, sechs Wohnhäuser in der Au straße, in den 60er-Jahren errichtet, mit je 12 Wohnungen. Vom Kamphochwasser 2002 massiv betroffen, wurden die Häuser in den vergangenen Jahren laufend saniert.

Viele Gemeindehäuser sind allerdings sehr desolat, wie etwa jenes in der Wiener Straße 16 neben dem Friedhof, erbaut um die Jahrhundertwende. Die Stadtgemeinde hat das Grundstück der Kremser Siedlungsgenossenschaft Gedesag per Baurechtsvertrag überlassen, die das straßenseitige Hauptgebäude erhalten und hintaus Zubauten (insgesamt etwa acht bis zehn Kleinwohnungen) errichten will.

Josefa Ulrich: Nach 40 Jahren musste sie raus

Das Haus steht mittlerweile leer, die Bewohner wurden „ausgesiedelt“. So wie auch die Mieter der 28 Gemeindewohnungen in den Häusern Rudolf straße 12 und 14. Die Anfang der 50er-Jahre errichtete Anlage ist in die Jahre gekommen, wurde vor etwa 30 Jahren renoviert, jetzt seien Sanierungsmaßnahmen laut Bürgermeister Harald Leopold nicht mehr wirtschaftlich. Geplant ist ein Abriss der Objekte, ein Wiederaufbauplan existiert allerdings bis dato noch nicht. Wahrscheinlich wird das Grundstück ebenfalls an die Gedesag „verbaurechtet“.

Eine, die ganze 40 Jahre hier gewohnt hat, ist Josefa Ulrich. Zuerst in einer 45-Quadratmeter-Wohnung im dritten Stock, wo die „Pepperl“ mit ihrer Familie gelebt, ihre drei Buben großgezogen hat. Und vieles nach und nach selbst renoviert hat: Zuerst gab’s nur Kaltwasser, bis sie Boiler und dann auch eine Dusche einbauen ließ. Das WC befand sich nach wie vor auf dem Gang. Vor fünf Jahren ist sie dann in eine „bequemere“ Erdgeschoßwohnung übersiedelt, wo aber die Gebäudeschäden immer häufiger zutage traten: „Kaum hat man ein Eck neu verputzt, ist das nächste heruntergefallen.“ Dann kam die Nachricht, dass sie, wie alle anderen auch, ausziehen müsse.

Nur, wohin? „Gemeinde und Gedesag haben sich vorbildlich verhalten, Vorschläge gemacht, wo es Wohnmöglichkeiten gibt, und auch Adaptierungen durchgeführt“, ist die 65-Jährige vor einem Monat in eines der Austraßen-Häuser übersiedelt – wunschgemäß wieder ins Erdgeschoß, in eine fast neuwertige Wohnung, die sie mittlerweile „ganz gern“ hat. Einziger Wermutstropfen: die längeren Wege, die nun anfallen, denn eine „City-Wohnung ist es halt nicht“. Ob sie nach einem eventuellen Neubau überlegt, wieder in die Rudolfstraße zurückzuziehen? „Das werde ich mir wohl nicht leisten können“, meint sie.

Fakt ist, dass die Zahl der Gemeindewohnungen stetig abnimmt. „Die Gedesag baut allerdings geförderte Wohnungen, die Mieten sind damit für viele doch wieder leistbar“, argumentiert Bürgermeister Leopold.