Dürnstein

Erstellt am 07. Februar 2019, 05:32

von Gertrude Schopf

Dürnsteiner Tunnel-Sanierung im Plansoll. Die Tunnel-Innenschale präsentiert sich zum Teil schon in strahlendem Weiß. Fahrbahnaufbau fehlt noch.

Besichtigung des Tunnelinneren: Rainer Hochstöger, Leiter der Straßenbauabteilung Krems, Bürgermeister Johann Riesenhuber, Projektleiter Markus Brunner, Landesrat Ludwig Schleritzko, Straßenbaudirektor Josef Decker.  |  Martin Kalchhauser

Alles neu im Tunnel: Nur die tragende Beton-Außenschale (bis zu 1,60 Meter dick) ist bestehen geblieben. Seit Anfang November wurde die Tunnelröhre ausgehöhlt, das gesamte Innenleben inklusive Fahrbahn abgetragen.

Tunnel ist bereits hochwassersicher

Schon jetzt, zur Halbzeit der Sanierungsarbeiten, präsentiert sich der 472 Meter lange Tunnel zum Teil bereits in einem neuen Erscheinungsbild. Vor allem die Beschichtung, in glänzendem Weiß gehalten und mit Zementmörtel auf die darunter liegende Folienabdichtung und den Spritzbeton aufgebracht, vermittelt fast ein „Wohnzimmer-Gefühl“, wie es Projektleiter Markus Brunner (NÖ Landesregierung, Abteilung Brückenbau) bei einer Begehung beschreibt, an der auch Mobilitäts-Landesrat Ludwig Schleritzko und NÖ Straßenbaudirektor Josef Decker teilnahmen.

Sicherheitsaspekte stehen bei der Sanierung generell im Vordergrund. Neben der Beleuchtung wird die gesamte elektro- und sicherheitstechnische Ausstattung erneuert. Neue Notrufstellen, Fluchtweg-Orientierungsleuchten, eine Videoüberwachung werden installiert – Letztere wird an die Tunnel überwachungszentrale in Tulln angeschlossen, um bei Bedarf schnell und professionell reagieren zu können.

Eine Dichtfolie, mittels Spannbögen befestigt, wird künftigen Wassereintritt von oben im Tunnel verhindern.  |  NÖ Straßendienst

Die Arbeiten im Tunnel verlaufen Richtung West-Ost. Derzeit werden gleichzeitig mit der Erneuerung der Innenschale auch die Bordsteine inklusive Drainage und Kabelleitungen verlegt. Fluchtnischen in Tunnelmitte wurden ausgefräst, und der Tunnel ist bereits hochwassersicher: Vor dem westlichen Eingang wurden quer über die Fahrbahn Bodenprofile eingearbeitet, um im Hochwasserfall mobile Elemente einsetzen und den Tunnel rasch verschließen zu können.

Was zwar für den Verkehr nichts bringt, „aber unsere Leitungs-Infrastruktur, die durch den Schlamm bei Wassereintritt in der Vergangenheit meist schwer in Mitleidenschaft gezogen worden ist, können wir schützen“, informiert Rainer Hochstöger, Leiter der Straßenbauabteilung Krems. Ende März soll die Tunnelsperre aufgehoben werden, bis dahin wird (bis auf Restarbeiten) noch die neue Fahrbahn errichtet, ein Lärmschutz montiert und die elektrische Ausrüstung montiert.

Bislang wurde im Dreischichtbetrieb gearbeitet, pro Schicht standen an die 25 Bauarbeiter und Aufsichtspersonal im Einsatz. Die Gesamtkosten für die Tunnelsanierung betragen laut Schleritzko etwa 8 Millionen Euro. Er betonte auch die Akzeptanz der Bevölkerung punkto Verkehrs-Einschränkungen. Die Umleitungen (Lkw weiträumig über das Donau-Südufer, Pkw, Linienbusse und Einsatzfahrzeuge auf dem Treppelweg mit Ampelregelung) verlaufen ohne größere Probleme.