Tote 13-Jährige: Zweitägiger Prozess im Februar. Der Tod einer 13-Jährigen im September 2019 im Walviertel wird an zwei Verhandlungstagen in Krems juristisch aufgearbeitet.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 16. Januar 2020 (11:38)
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Der Prozess wegen Mordes durch Unterlassung gegen die Eltern des Kindes findet nach Angaben des Landesgerichts am 12. und am 19. Februar statt. In einer Aussendung wurden am Donnerstag auch neue Details zur Causa dargelegt. Wir hatten über den Fall berichtet, siehe hier und ganz unten:

Wie bereits bekannt war, wird dem 39-jährigen Vater und seiner um vier Jahre jüngeren Frau vorgeworfen, die chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung der Tochter nicht behandeln haben zu lassen. Die Krankheit des Mädchens sei bei Einleitung entsprechender Schritte jedenfalls "beherrschbar gewesen", hieß es seitens der Staatsanwaltschaft. Die Unterlassung der Behandlung erfolgte nach Angaben der Anklagebehörde aus religiösen Gründen. Das Kind starb am 17. September 2019.

Nach Gerichtsangaben vom Donnerstag vernachlässigten die Angeklagten die Fürsorgeverpflichtung für die 13-Jährige seit dem Mai 2017 grob, indem sie "die notwendige medizinische Behandlung und fortlaufende Therapie" der chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung nicht vornehmen ließen. Das Mädchen litt dadurch laut Aussendung an Untergewicht, Mangelernährung, Verdauungsstörungen, Schmerzen und Übelkeit.

Der Gesundheitszustand der 13-Jährigen soll sich durch den fortschreitenden Entzündungsprozess bis zur Entstehung einer Zuckerkrankheit verschlechtert haben. Verantwortlich für das Ableben war laut Landesgericht Krems neben der chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung eine Zuckerstoffwechselentgleisung und das "Hinzutreten einer herdförmigen Lungenentzündung". Der Tod des Kindes wäre "bei ärztlicher Intervention mit Sicherheit zu verhindern gewesen".

Festgenommen wurden die Verdächtigen Ende September, sie sitzen aktuell in Untersuchungshaft. Neben Mord durch Unterlassung wird den Angeklagten auch das Quälen und Vernachlässigen einer unmündigen Person vorgeworfen. Mehrere Geschwister der Toten wurden nach Angaben der Kinder- und Jugendhilfe in einer Betreuungseinrichtung des Landes untergebracht.