Lichtenau feiert 50-jähriges Bestehen

Erstellt am 12. August 2022 | 05:56
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Seit 1971 gab es in der Marktgemeinde Lichtenau vier Bürgermeister: Die ersten beiden Ortschefs – Ferdinand Höbart und Josef Schitzenhofer – sind bereits verstorben. 1992 trat Hubert Nöbauer (rechts) seinen Dienst an, 2009 übernahm Andreas Pichler (links) die Amtsgeschäfte als Bürgermeister.
Foto: Gerald Mayerhofer
Von 1968 bis 1971 erfolgte die Zusammenlegung von Kleinstkommunen zur heutigen Großgemeinde Lichtenau.

Von 1.652 Gemeinden im Niederösterreich der Nachkriegszeit hatten 1.363 weniger als eintausend Einwohner – die elf ehemaligen Kleinstkommunen auf dem heutigen Gebiet der Marktgemeinde Lichtenau hatten sogar nur rund 200. Da die Anforderungen an die Verwaltung kaum mehr gestemmt werden konnten, kam es ab 1968 zu freiwilligen, aber ebenso turbulenten Vereinigungen.

Neben Eingemeindungen gab es auch Abspaltungen: So entschieden die Bewohner der Ursprungskommune Großreinprechts per Volksbefragung, sich von der Alt-Gemeinde Grainbrunn-Reinprechts zu trennen und sich der Gemeinde Lichtenau anzuschließen. Grainbrunn wurde schließlich Teil der Gemeinde Sallingberg im Bezirk Zwettl. Ähnliches geschah in der nur kurz existierenden Gemeinde Niedergrünbach, die schon 1970 wieder aufgelöst wurde.

Diskussionen gab es stets über den Hauptsitz der neuen Großgemeinde, der ursprünglich in Loiwein sein sollte. Aufgrund absehbarer weiterer Zusammenlegungen und der zentralen Lage wurde schließlich Lichtenau zum namensgebenden Hauptort bestimmt.

Maßgeblich an den Zusammenlegungen beteiligt war der damalige Volksschuldirektor Ferdinand Höbart – er wurde der erste Bürgermeister der neuen Großgemeinde. Die ÖVP hatte die absolute Mehrheit, von den fünf geschäftsführenden Gemeinderäten wurde einer von der SPÖ gestellt.

In den ersten Jahren der neuen Großgemeinde stand vor allem der Straßen- und Wegebau, die Errichtung des neuen Amtshauses, der Kanalbau, der erste Kindergarten, neue Ortsbeleuchtungen sowie Anschaffungen für die Feuerwehren im Fokus. Der Schuldenstand wuchs innerhalb kurzer Zeit von zwei auf zwölf Millionen Schilling an. Erst ab 1976 verringerten sich die Darlehenshöhen, was auf Landesförderungen zurückzuführen ist.

Jubiläumsfeierlichkeiten mit viel Programm

Das 50-Jahr-Jubiläum der Großgemeinde wird von 19. bis 21. August am Lichtenauer Hauptplatz groß gefeiert. Höhepunkte sind die Auftritte des örtlichen Musikvereins, David Blabensteiners, der Donauprinzen, der Band „Moloch“ sowie eine Sonderausstellung, der Frühschoppen mit Radio Niederösterreich und der Genussmarkt vor der Kirche.