Putzgrubers Esel-Arbeit trägt Früchte. 2005 setzte der Kammerner Thomas Putzgruber erstmals einen Fuß nach Mauretanien, um sich um die geschundenen Lasttiere zu kümmern. Heute geht es ihnen besser.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 19. Januar 2020 (04:11)
Esel am Ende ihrer Kräfte im Wüstensand. Die ganz schlimmen Fälle sind laut Thomas Putzgruber seltener geworden.
RespekTiere

Auch wenn sich die Infrastruktur in Nouakchott deutlich verbessert hat, der Esel ist noch längst nicht von den sandigen Straßen der Hauptstadt des nordafrikanischen Wüstenstaats wegzudenken. Noch immer ist er das Mittel zur Wahl, wenn es darum geht, Lasten zu transportieren. Es kommt nicht selten vor, dass Esel Karren mit bis zu einer Tonne Gewicht ziehen.

Die Tiere kommen bei den hohen Temperaturen dabei ans Limit, eine tierärztliche Betreuung gibt es für sie oft nicht. Es ist dem Kammerner Thomas Putzgruber und seinem Team zu verdanken, dass zumindest einige der Esel versorgt werden können. Der Obmann des Vereins RespekTiere war 2008 Gründer einer mobilen Klinik und überzeugt sich gemeinsam mit einem befreundeten deutschen Tropentierarzt Jahr für Jahr selbst davon, wie sich das Projekt entwickelt.

Putzgrubers Eindruck ist nach Jahren von qualvollen Erlebnissen nun endlich positiv: „Wir sind an einem Punkt angelangt, wo man mit breiter Brust behaupten kann, RespekTiere hat im fernen Wüstenland Grundlegendes verändert – nämlich die pure Einstellung den Eseln gegenüber.“ Wenngleich es vereinzelt noch immer die „ganz schlimmen Fälle“ gebe. Und so blieb es bei seinem jüngsten Mauretanien-Trip oftmals bei Spritzen oder der Verabreichung von Augentropfen für die Esel.

Ungefährlich sind die Fahrten in die islamische Republik nicht. Das Außenministerium warnt vor Reisen in den Wüstenstaat. Und auch die Anreise kann mitunter zur Tortur werden. Wegen eines verpassten Anschlussfluges kam Putzgruber zuletzt erst mehr als zwei Tage nach dem Aufbruch aus Wien in Nouakchott an.