Kremser Stadtchef steht hinter Volksfest. Großevent mit rund 120.000 Besuchern für Bürgermeister Reinhard Resch (SPÖ) „unter klaren Auflagen möglich“.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 27. Juli 2021 (16:13)

Auch wenn die Veranstalter bereits vor über einem Monat bekanntgaben, das Volksfest durchziehen zu wollen, ist in den vergangenen Tagen bei vielen Kremsern Zweifel aufgekommen. Hintergrund sind die steigenden Infektionszahlen und die Ausbreitung der Delta-Variante, die auch schon zur Absage des Frequency-Festivals in St. Pölten führten. Das dortige Stadtoberhaupt, Matthias Stadler, ein SPÖ-Mann, schob dem Viertages-Event mit einer maßgeschneiderten Verordnung, die Besucher-Obergrenzen bei Veranstaltungen definiert, einen Riegel vor.

„Die 7-Tage-Inzidenz in Österreich ist relativ stabil und in Niederösterreich am niedrigsten. Aktuell sind Veranstaltungen wie unser Volksfest unter klaren Auflagen möglich.“ Reinhard Resch

Nun hätte auch der Kremser SPÖ-Bürgermeister Reinhard Resch die Möglichkeit, mit einem ähnlichen Regelwerk die Abhaltung des von 26. August bis 5. September im Stadtpark angesetzten Großevents zu verhindern. Auf NÖN-Nachfrage stellt sich der Stadtchef aber klar hinter das Volksfest: „Die 7-Tage-Inzidenz in Österreich ist relativ stabil und in Niederösterreich am niedrigsten. Aktuell sind Veranstaltungen wie unser Volksfest unter klaren Auflagen möglich.“

Frequency und Volksfest sind für Resch mit Hinweis auf die Anzahl der Personen und die Art der Veranstaltung „nicht vergleichbar“. Es werde deswegen eine eigene Verordnung „entsprechend der geltenden Rechtslage geben“.

3G-Nachweis erforderlich

Für die Besucher würde das aktuell bedeuten, dass sie lediglich einen 3G-Nachweis erbringen müssen, um alle Annehmlichkeiten am Festgelände in Anspruch nehmen zu können. Die in der Nachtgastronomie gültige 2G-Regel (PCR-Test oder Impfung) betreffe das Volksfest gar nicht, weil man heuer bewusst auf ein Diskozelt verzichte, erzählt Veranstalter Erwin Goldfuss von der C & E Content & Event GmbH.

Wiewohl er auch mit dieser Verschärfung leben könnte. Was für Goldfuss hingegen ein No-Go wäre, sind reduzierte Kapazitätsgrenzen und eine Maskenpflicht. Beides ist derzeit aber nicht vorgesehen. Die behördliche Genehmigung erwartet das Organisationsteam noch in dieser Woche. Eine kurzfristige Absage kann sich Goldfuss nur vorstellen, wenn ein „Riesen-Cluster“ in der Stadt ausbricht.

„Das Infektionsgeschehen wird sehr genau beobachtet. Die geltenden Regulative tragen der Situation ausreichend Rechnung.“ Erwin Goldfuss

Kritischen Stimmen, die die Austragung eines Fests mit rund 120.000 Besuchern unter den aktuellen Umständen für unverantwortlich halten, entgegnet Goldfuss: „Das Infektionsgeschehen wird sehr genau beobachtet. Die geltenden Regulative tragen der Situation ausreichend Rechnung. Die logische Folge der Öffnung zu Ferienbeginn sind steigende Zahlen. Wir sollten mehr auf die Hospitalisierungszahlen schauen.“

Der gut angelaufene Dauerkartenvorverkauf zeige auch, dass von einer etwaigen Verunsicherung in der Bevölkerung wenig zu spüren sei. Drei der begehrten Eintrittstickets sind bereits an Jugendgemeinderat Patrick Mitmasser gegangen. Der ÖVP-Mann hat auf seiner Facebook-Seite eine Verlosung gestartet, an der jeder teilnehmen kann, der unter anderem seinen schönsten Volksfest-Moment postet.

„Nach eineinhalb Jahren Corona ist das Wachauer Volksfest nicht für die Jugend, sondern für alle Kremser ein wichtiger Schritt Richtung Normalität“, sagt Mitmasser, der sich „vollste Unterstützung von allen Beteiligten für ein sicheres Fest“ erwartet.