Ärger in Krems! Bummelzug lässt Stadt aus. Wegen der neuen Schrankenanlage bei der Schiffsstation Stein verlor Touristenfahrzeug seine Haltestelle.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 02. November 2019 (06:08)
Franz Aschauer
Gottfried Ettenauer kommt mit seinem Bummelzug wegen derneuen Schrankenanlage vor dem Parkplatz der Schiffsstation Stein jetzt nicht mehr um die Kurve.

Obwohl er bei Touristen gerade in den Sommermonaten enorm beliebt ist, um die Stadt in gemütlichem Tempo zu erkunden, hat der Bummelzug kein leichtes Leben in Krems. 2017 nahm ihm der Magistrat durch die Installierung dreier Poller die Haltestelle vor dem Steinertor auf der Landstraßen-Seite. Information für die Betreiberfirma aus Weinzierl am Walde gab es vorab keine.

Zwei Jahre später erlebt Gottfried Ettenauer, Chef des Unternehmens und Besitzer von vier Bummelzügen, ein Déjà-vu. Ohne dass er Bescheid wusste, ließ der Magistrat eine Verkehrsinsel samt Schrankenanlage vor dem Parkplatz bei der Schiffsstation in Stein errichten, wo der Bummelzug seit Jahren seine Haltestelle hatte.

„Wir stellen den Betrieb in Krems ein. Ich leite Anfragen schon jetzt nach Weißenkirchen und Dürnstein um.“Gottfried Ettenauer

Zwar könnte Ettenauer nach wie vor ohne Probleme mit dem Bummelzug auf den Parkplatz einfahren, verlassen kann er ihn aber wegen der durch die Verkehrsinsel verengten Kurve nicht mehr. „Ich brauche deutlich mehr Radius“, ist Ettenauer verärgert.

Nach Rücksprache beim Magistrat sei ihm mitgeteilt worden, an den Bummelzug habe man bei der Errichtung der Schrankenanlage nicht gedacht. Die Konsequenz: „Wir stellen den Betrieb in Krems ein. Ich leite Anfragen für Krems nach Weißenkirchen und Dürnstein um“, sagt Ettenauer.

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Pro Saison transportiert der Bummelzug rund 30.000 Passagiere.

Die Meidung von Krems bedeute für seinen Betrieb, der in seiner von März bis Jänner laufenden Saison rund 30.000 Passagiere zählt, finanzielle Verluste. „Die Touristen wollen Krems und seine Altstadt unbedingt sehen. Wir haben ihnen dafür auch die notwendige Freizeit geboten, indem wir sie beim Dreifaltigkeitsplatz abgesetzt und später wieder abgeholt haben“, erzählt Ettenauer. Außerhalb von Krems fährt der Bummelzug in der Wachau zwischen St. Michael und Unterloiben.

Hannes Zimmermann, der stellvertretende Leiter des Magistrats, will den Bummelzug bald wieder in Krems fahren sehen. „Im Laufe dieser Woche wird es einen Lokalaugenschein mit Herrn Ettenauer geben.“ Vorstellen könne er sich eine Mitnützung der Stadtbushaltestelle, die außerhalb des Schrankenbereichs liegt. „Da müssten sich die 25 Meter, die der Bummelzug braucht, eigentlich ausgehen“, sagt Zimmermann.

Errichtet worden sei die Schrankenanlage, um „auf dem Parkplatz eine klarere Struktur zu finden“. Auch Reisebusse müssen dort künftig Gebühren entrichten.