Corona-Virus auf Kremser Pulmologie-Abteilung

Nur eine ausdrückliche Ausnahmegenehmigung des zuständigen Gesundheitsministeriums konnte am Dienstagabend eine Sperre Abteilung für Pulmologie (Lungenheilkunde, Anm.) abwenden. Ein Patient war positiv auf COVID19 getestet worden.

Erstellt am 18. März 2020 | 16:19
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Sorgen bereitet ein COVID19-Fall auf der Abteilung für Pulmologie des Universitätsklinikums Krems. Der Betrieb dort läuft allerdings unter besonderen Auflagen weiter.
Foto: Shutterstock/Photographee.eu

"Es ist richtig, dass ein Patient positiv getestet wurde", heißt es dazu von Seiten der Landesgesundheitsagentur NÖ. Deren Pressesprecher Bernhard Jany teilte der NÖN auf Anfrage mit, dass der betroffene Mann in das Landeskrankenhaus Melk verlegt wurde.

Pulmologie-Sperre abgewendet

"In enger Abstimmung mit den Behörden" seien "entsprechende Maßnahmen getroffen" worden heißt es weiter. Die NÖN erkundigte sich bei den zuständigen Behörden und erfuhr, dass der Vorfall beinahe zur Totalsperre der Abteilung geführt hätte. Nur den Bemühungen der Beteiligten, allen voran Stadtphysikus Dieter Pichler und Bürgermeister Reinhard Resch, ist es gelungen, diesen Super-GAU für Krems und ganz Niederösterreich abzuwenden.

"Versorgungskritische Situation"

"Normalerweise müsste man die Station nach einem solchen Vorfall sperren", bestätigt Stadtchef Resch. Pichler sei es aber gelungen, einen Sondererlass durchzusetzen, der es zur "Abwendung von versorgungskritischen Situationen" erlaube, den Betrieb unter besonders strengen Auflagen weiterzuführen. "Die Pulmologie ist gerade jetzt eine extrem wichtige Abteilung. Ich begrüße daher die Entscheidung, die getroffen wurde."

Akribie bei Schutzmaßnahmen

"Je nach Intensität des Patientenkontaktes werden die entsprechenden Hygiene-Schutzmaßnahmen auf jeden Mitarbeiter individuell abgestimmt, angewendet", will Jany keine Details verraten. Die NÖN konnte dennoch in Erfahrung bringen, dass diese "Schutzmaßnahmen" unter anderem die akribische Führung eines Tagebuchs mit Aufzeichnung aller Kontakte mit weniger als zwei Metern Abstand, mehrmals tägliches Fiebermessen und die sofortige Meldung geringster Krankheitszeichen an den Amtsarzt einschließt.

Auch Orthopädie betroffen

Zu Hause gilt für die betroffenen Mitarbeiter die Auflage strenger Absonderung und bei Krankheitszeichen Selbst-Quarantäne. Im Kremser Spital wurde dieser Tage zudem ein Orthopäde positiv getestet. Für ihn wurde die Absonderung mit Sonderauflagen verfügt. "Auch in diesem Fall ist aktuell eine Abstimmung mit der zuständigen Behörde in Gange", heißt es von der Landesgesundheitsagentur. Wegen Daten- bzw. Opferschutz gebe es keine Angaben zu Berufsgruppe oder Stationen, um keine Rückschlüsse auf Einzelpersonen zu ermöglichen.